Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim

Neues Naturschutzgebiet der Gemeinde Seeheim-Jugenheim ist die Streuobstwiese am Ortsausgang von Stettbach. Foto: S. Oelsner
20. November 2013 

Grüner Lebensgemeinschaftsraum

BUND feiert die Erweiterung des Naturschutzgebietes „Fuchswiesen“ unterhalb der Ortslage Stettbach

STETTBACH, November 2013 (pem), Das Leichtgewicht, das Mutter Natur so umsichtig in Lebensräumen zwischen Flora und Fauna organisiert hat, gerät schnell aus der Balance in Interessenkonflikten. Der Mensch setzt eigennützig andere Prioritäten. Überbauung, Entwässerung oder agrarische Ausbeutung beeinträchtigen oder zerstören sogar diese Landschaftskulturen, die die gegenseitige Abhängigkeit verschiedener Arten voneinander prägt. Umso wichtiger, dass es enthusiastische Menschen gibt, die nicht müde werden ihre Kraft einzusetzen, die Natur zu bewahren oder zur Regeneration zu verhelfen.

Gemeinschaft stärkt auch dabei die Kraft. So erzielten die lokalen BUND und Nabu Mitglieder in der Vergangenheit schon beachtliche Erfolge, denn das Prädikat „schützenwert“ verdienen etliche Areale rings um die einzelnen Ortslagen Seeheim-Jugenheims.

Die gemeinsamen Interessen der beiden Gruppen bündelten sich, wenn es um die Anlage neuer Biotope und Teiche ging oder Arbeitseinsätze zur Pflege der eiszeitlichen Dünen anstanden. Den aktuellen Grund zur Freude und Anlass zu einer kleinen Feierstunde lieferte die Erweiterung des Gebietes um die Fuchschen Quellen unterhalb der Ortslage Stettbach auf 3,5 ha. Das geschützte Territorium stellt ein Ensemble aus Streuobstkultur, Auenlandschaft und dem Wiesengebiet dar, das den Lebensraum des „Maculinea“ ausmacht. Der Große Wiesenknopfbläuling sowie der Helle und Dunkle Wiesenknopf Ameisenbläuling, alle vom Aussterben bedroht, waren im Kernstück der jetzigen Gesamtfläche bereits vor einigen Jahren entdeckt worden. Seine kleine Wohlfühlwelt ist dem Schmetterling nun sicher. Wichtig ist vor allem seine Existenzpartnerin. Die hier ansässige Trockenrasenknotenameise hat eine ausreichende Population aufgebaut zur „Teamarbeit“. Die Bläulingsraupen ahmen den Duft der Ameise nach und lassen sich von ihr zum Überwintern in die Nester tragen. Sie ist die Lebensversicherung und Fortpflanzungsgarantie für die Zartflügler. Der Streuobstpflanzungsbestand der Fuchswiese wird künftig in der Obhut speziell geschulter Baumpfleger der Gruppe bestens betreut: Im oberen Teil des Gebietes, tummeln sich Schafe aus der Herde von Christoph Massoth. Auch darin sind mit den Weißen Bergschafen Tiere einer bedrohten Art vertreten.

Bereits seit rund zwanzig Jahren befassen sich die Umweltaktivisten mit der Pflege dieses Stückchens prächtiger Natur bei Stettbach. Zur offiziellen Einweihung des erweiterten Areals würdigten Mitarbeiter der Naturschutzbehörde mit ihrer Anwesenheit diese Arbeit. In seiner leitenden Funktion sprach besonders Christel Fleischmann seine Anerkennung aus und dankte stellvertretend für alle Engagierten Helga und Wolfgang Feiß. Er überreichte die Informationstafel, die nun auch interessierte Spaziergänger in die geheimnisvolle Welt hinter der Naturschönheit einweiht.

Stolz ist man auch auf offizielle Naturschutzschild, denn es signalisiert die Botschaft: Betreten verboten! Pflege erlaubt! Respekt gewünscht! Bewahrung geboten, damit nachhaltige Freude garantiert ist!