Herzlich, herzhaft und handfest
Kochkäs-Nachmittag der Zwingenberger Arbeiterwohlfahrt
ZWINGENBERG, Juni 2016 (meli), Mit Zwiebeln? Mit Kümmel? Oder beides? Vielleicht doch ganz pur? Am liebsten vielleicht sogar ganz ohne Brot? Man könnte über die „richtige“ Art des Genusses eine unendliche Auseinandersetzung eröffnen. Deshalb mag jeder für sich auf dem eigenen Teller die beste Variation kreieren! Ein jeder nach seinem Geschmack, Hauptsache der Kochkäse ist hausgemacht! Mit viel Routine bereitet ihn Waltraud Schimpf zu – und zwar in nicht zu überbietender Qualität. Darin sind sich alle einig, die an einem „Kochkäs-Nachmittag“ im Zwingenberger Alten Amtsgericht schon einmal teilgenommen haben.
Die Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt lässt sich für die monatlichen Treffen immer etwas einfallen. Der Vorsitzende Walter Kropp bestätigt: „Im Januar haben wir das neue Jahr mit Salzgebäck und einem kleinen Gläschen Sekt begrüßt. Es gibt auch mal Kaffee und Kuchen, aber die Abwechslung erhöht den Reiz und der Kochkäs ist eine Tradition geworden.“ In der herzlich-familiären Atmosphäre der Tischrunde mundet die herzhafte Kost nach Hausfrauenart eben am allerbesten. Gerne verbindet die AWO das gemütliche Beisammensein mit Informationsangeboten. Cornelia Weber war zu Gast, um ihre Tätigkeit vorzustellen. Die Sozialpädagogin ist bei der Diakonie zuständig für die Seniorenberatung.
Aufgrund einer in der Region Bergstraße speziellen finanziellen Kooperation des Kreises und der Kommunen können alle Bürger diesen Dienst im Rahmen von Sprechstunden im Bensheimer Bürgerbüro oder vor Ort (am 2. und 4. Dienstag des Monats von 14 bis 16 Uhr im Alten Amtsgericht) und nach Vereinbarung auch bei einem Hausbesuch kostenlos wahrnehmen. Cornelia Weber gab einen Überblick über die Themenbereiche mit den sie ihre Beratungstätigkeit am häufigsten konfrontiert. Das selbstbestimmte Leben möglichst lange gut zu gestalten, ist die größte Sorge alter Menschen. Praxiserprobte, handfeste Tipps zu geben, ist Cornelia Webers Aufgabe.
Dazu zählen Fragen der altersgerechten Wohnungseinrichtung ebenso wie die Frage der Möglichkeit Unterstützungen in Anspruch zu nehmen, angefangen von der Hilfs- und Pflegemittelversorgung, Anträge auf Pflegestufenzuerkennung bis zur Organisation häuslicher Pflegeversorgung und dem Einsatz von Haushaltshilfen. Gemeinsam mit der Fachfrau lässt sich auch der Schritt prüfen, die eigenen vier Wände aufzugeben zugunsten eines Seniorenheimplatzes. Selbst heikle, spezielle Probleme wie drohende Altersarmut oder Erkrankungen, allen voran Demenz sind keine Tabus.
„Sie sind der Chef ihres Lebens“, ermuntert Cornelia Weber die Senioren und verdeutlicht, dass es in den vertraulichen Gesprächen immer um die individuellen Bedürfnisse und die bestmögliche Lösung genau dafür geht. Durch ihren Vortrag bekam die „Kochkäs“-Tafel noch zusätzliche Impulse zu angeregten Tischgesprächen.

