„Hobby mit Herz“
Mit über 500 ausgestellten Tieren, zahlreichen Besuchern und dem Starkenburger Taubenclub freuten sich die Züchter des Zwingenberger Kleintierzuchtvereins über eine erfolgreiche Jubiläumsschau
ZWINGENBERG, Januar 2013 (pem), „Hobby mit Herz“ – Tierzucht ist noch mehr als das: eine Aufgabe. Enthusiastisch und mit hingebungsvollem Engagement widmen sich ihr rund 120 Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Zwingenberg. Mit besonderem Züchterstolz richteten sie in diesem Jahr die Lokalschau zum hundertjährigen Bestehen aus.
Der Starkenburger Taubenclub freut sich über vierzig Jahre Arbeit und Zuchterfolge: 1972 fanden sich Freunde der Rassentauben zusammen, um eine überregionale Vereinigung ins Leben zu rufen. Die Präsentation der gefiederten Schönheiten fand in der Jubiläumsschau des KTZV Zwingenberg wieder – wie seit einigen Jahren Tradition – ihren würdigen Rahmen.
Das Schönste aus Käfigen, Gehegen und Ställen bot man der beachtlichen Publikumsschar. Das kleine Rahmenprogramm mit Mittags- und Kaffeebewirtung, Tombola und Kinderbetreuung rundete familienfreundlich den Besuch ab. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Anliegen, der Bevölkerung Einblicke in die Züchtertätigkeit und die Vereinsaktivitäten zu ermöglichen. Da die Jugendarbeit einen hohen Rang einnimmt, möchte man natürlich auch das Interesse der jungen Generation wecken.
Höhepunkte des Vereinslebens stellen die Feste dar, aber ganzjährig pflegt man die Gemeinschaft durch Zusammenkünfte im Vereinsheim. Ähnlich wie in einer Kleingartenkolonie können Mitglieder hier Parzellen mieten, denn nicht jeder Tierfreund verfügt im heimischen Areal über den ausreichenden Platz zur artgerechten Haltung. Die zu gewährleisten, ist oberstes Gebot, denn alle Züchter sind sich ihrer enormen Verantwortung für die Lebewesen und Mitgeschöpfe bewusst. „Der Erhaltung der Gesundheit und der Artenvielfalt unserer Tiere haben wir uns im Bund der Rassengeflügel- und Kaninchenzüchter verschrieben“, betont der erste Vorsitzende Rainer Klein. Das Züchten stellt zu dem noch einen Ausdruck von Individualität dar: Tiere werden differenziert in ihren Merkmalen und Wesensarten wahrgenommen.
Das Bekenntnis zum Prinzip Leben, die Selbstverpflichtung, in Hege und Pflege den Bedürfnissen der Tiere nachzukommen, schließt den sportlichen Ehrgeiz nicht aus: “Das züchterische Engagement möchte sich gerne dem Wettstreit stellen,“ gibt Roland Grießer zu. Er gehört zu den Mitgliedern, die sich auch an überregionalen Vergleichen beteiligen. Wacker schlug sich der Verein 2012 auf der Landesschau in Alsfeld, auf der Deutschen Zwerghuhnschau in Ulm, der Deutschen Taubenschau in Nürnberg und einigen Sonderschauen.
Natürlich erhöht die starke Konkurrenz die Herausforderung und den Reiz, diese anzunehmen, um den Stand der eigenen Arbeit neu einschätzen zu können. Nicht jedem sagt aber eine solche Großveranstaltung zu (bei der Europaschau in Leipzig wurden z.B. 94000 Tiere gezeigt). Auch die Lokalschau bietet ein Forum des „Kräftemessens“. Keine Ausstellung ohne Prämierungen und Auszeichnungen, über die die Prüfung durch den strengen Richterblick entscheidet.
Um Gerechtigkeit zu erzielen, verbirgt sich hinter der Bewertung eine kleine Wissenschaft. Als Grundlage jeden Urteils dient ein Katalog, der Rassenstandards festlegt. Ausprägung von typischen Merkmalen und die Qualität der Charakteristika sowie Erscheinungsbild und Gesundheit stellen die hauptsächlichen Kriterien der Kontrolle dar. Durch seine Ausbildung legt sich ein Richter auf die Bewertung einer speziellen Rassegruppe fest. Tieren mit einem Mangel kann höchstens ein „gut“ attestiert werden, erstrebenswerter ist die anerkennende Note „vorzüglich. Übersteigt die Leistung aber noch diese Einstufung zieht der Richter den Obmann hinzu, der zustimmen muss, damit die Bestbewertung „hervorragend“ verliehen werden darf. Als „Wunsch“ formulieren Richter gelegentlich Optimierungsvorschläge, die den Züchter künftig inspirieren können.
Das Regelwerk unterliegt durchaus Wandlungen. Der Bundeszuchtausschuss kümmert sich um Meldungen bezüglich der Erfüllung von Kriterien: häufen sich Problemanzeigen, wird dem mit Modifizierungen Rechnung getragen. Ob federprächtig oder kuschelhaarig preisverdächtig – das Richterprinzip wird auf die gleiche Weise angewendet. Die niedlichen Nager wie „Widder“, „kleine Silber“ oder „blaue Wiener“ sind keine Hasen, sondern Kaninchen (Unterschiede: Hasen gebären nach 42 Tagen die Jungen mit Fell, Kaninchen nach 30 Tagen nackt, der im Körperbau größere Hase hat rotes, das Kaninchen dagegen weißes Fleisch).
Lehrreich ist der Besuch der Schau allemal. Am nachdrücklichsten ist aber das Erlebnis der vielgestaltigen Faszination der Natur und der anmutigen Lebewesen. Die Bewunderung vereint Aussteller und staunendes Publikum: Kleine Tiere – große Freude, auch Kleinvieh macht zu Recht stolz!

