Konzert gegen das Vergessen
KZ-Überlebende mit Rap gegen Rechtsextremismus
SEEHEIM-JUGENHEIM, November 2015 (meli), Esther Bejarano ist 91 Jahre alt. Sie hat die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück überlebt. In Auschwitz spielte sie Akkordeon im Mädchenorchester. Das Orchester musste zum täglichen Marsch der Häftlinge durch das Lagertor musizieren. Seit den 1980-er Jahren macht sie Musik gegen Rechts.
Jetzt kommt sie auf Einladung der Gemeinde mit der Kölner Rap- und Hip-Hop-Band am Samstag (14. November) zu einem Konzert nach Seeheim-Jugenheim. Um 20 Uhr beginnt das Programm „La vita continua“ (Das Leben geht weiter)“ in der Seeheimer Sport- und Kulturhalle. Wegen des großen Interesses ist der Einlass bereits um 19.30. Der Eintritt ist frei, da die Veranstaltung von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt gefördert wird.
Mit ihrer Musik spricht sie Menschen jeden Alters an. Die drei Musiker der Band: Ein Italiener, eine Türke und ein Jude gehören den drei Weltreligionen an. Sie sind Christ, Moslem und Jude.
Der Abend beginnt mit einer kurzen Lesung von Esther Bejarano. „Wenn es um Auschwitz geht, muss ich lesen, das kann ich nicht erzählen“ sagt die zierliche Dame. Ihre Eltern als auch eine Schwester wie auch viele Verwandte und Freunde wurden von den Nazis ermordet. Deshalb will sie die Menschen über den Nazi-Terror aufklären und über den Rechtsextremismus und die Fremdenfeindlichkeit informieren. „Dies ist gerade in der jetzigen Zeit besonders wichtig“. Besucher können das Buch und die Musik-CD bei ihr erwerben.
