Kreis Bergstrasse

Jürgen Heinz - Moving Sculpture.
19. Januar 2014 

Künstler, Kunstwerk und Betrachter

Dr. Paul Hirsch hält Vortrag beim Internationalen NYB 2014 im Atelier Metallbildhauer Jürgen Heinz

LORSCH, Januar 2014 (meli), Der Metallbildhauer Jürgen Heinz ist am 19. Januar ab 11 Uhr in seinem Lorscher Atelier einer der Gastgeber des weltweit vernetzten New Year´s Brunch. Das New Year’ s Brunch findet 2014 bereits zum fünften Mal statt, immer am dritten Januarsonntag und wird als internationales Forum zeitgenössischer Skulptur gefeiert. Ins Leben gerufen wurde dieser kunstsinnige Jahresauftakt von Sculpture Network, einer vor zehn Jahren gegründeten internationalen Künstlervereinigung mit mittlerweile über 1000 Mitgliedern weltweit. Der New Year´s Brunch 2014 zählt 46 Gastgeber aus 14 Ländern, die dieses Fest virtuell verbunden feiern.

Als Lorscher Gastgeber des New Year’s Brunch möchte Jürgen Heinz diesem gemeinsamen Jahresbeginn rund um dreidimensionale Kunst Impulse geben und ein Forum schaffen für Kunst, Künstler und Kunstliebhaber. Zusätzlich zu einem besonderen Ausstellungskonzept gelang es ihm, den Philosophen und Künstler Dr. Paul Hirsch für einen Vortrag zu gewinnen. Paul Hirsch vereint in seinen Werken Kunst und Philosophie; regt in Büchern und interaktiven Vorträgen an, über Zusammenhänge nachzudenken. Sein Vortrag „Ich sehe etwas, was du nicht siehst“ hat die Wahrnehmung und Wechselwirkungen der Kunst im Miteinander von Kunstwerk, Künstler und Betrachter zum Inhalt.

Gedacht ist ein reger Austausch in Ausstellung, Vortrag und Diskussion vor Ort im Atelier mit den Gästen und mit möglichst vielen anderen NYB Gastgebern und Teilnehmern. Es geht um Fragestellungen wie: Wie offen ist ein Kunstwerk? In welchem Maß setzt der Künstler Grenzen der Interpretationen? Hat das etwas mit Qualität zu tun? Ist dazu Wissen notwendig? Welche Rolle spielt Schönheit und Ästhetik dabei? Wann ist ein Kunstwerk anregend? Ist Anregendsein genug? Wie viel Eigenes bringt der Betrachter ein oder sollte er einbringen? Welche Rolle spielt der Künstler dabei? Viele Fragen – die Antworten werden gemeinsam gesucht – in der Diskussion.

AUSSTELLUNG SUSI BIBRACH UND PAUL HIRSCH: Dem Schaffensprozess selbst und seiner Wahrnehmungswirkung gehen die Künstler Susi Bibrach und Paul Hirsch in ihrer Installation „Nowhere? Now here?“ auf den Grund. Wie viel ist festgelegt, wenn der Künstler ans Werk geht, wie viel Spielraum gibt er der Eigendynamik des Schaffensprozesses, was macht die Ästhetik eines noch unfertigen und schon als schön empfundenen Zwischenstandes mit dem Künstler bei der Fortsetzung seiner Arbeit? Blockiert, beflügelt oder lähmt ihn das? Die Künstler haben eng zusammengearbeitet als die gezeigten Werke entstanden und die jeweilige subjektive Sicht während des Schaffensprozesses gegenseitig hinterfragt.

AUSSTELLUNG JÜRGEN HEINZ: Jürgen Heinz stellt seine neuesten Bewegten Stahlplastiken „Moving Sculptures“ vor. Bis zu 2 Meter hohe Objekte aus archaischem Stahl bewegen sich in poetischer Anmut, Licht und Schatten, Stillstand und Bewegung. Die Moving Sculptures berühren, dringen in das Innere des Betrachters. Die neuesten Objekte verbergen ihre Beweglichkeit in einer geschlossenen Form, Bewegung aus dem Inneren der Plastik wird zum Herzschlag, zum Antrieb des Kunstwerkes. Mensch und Beziehung ist das immer wiederkehrende Motiv der Objekte von Jürgen Heinz: Nähe und Distanz, Zusammenleben, Miteinander, Nebeneinander und Titel wie „Zweisamkeit“, „Ich und Du“ als Spiegel.

Unterstützt wird dieses internationale Engagement im Rahmen einer medialen Förderung durch die Stadt Lorsch. Kunst und Kultur hat in der Klosterstadt einen zunehmend hohen Stellenwert. Unter der Leitung von Gabi Dewald wird dieses Ziel vom Kulturamt in vielfältiger Weise auf den Weg gebracht: „Wir möchten die Möglichkeiten der Stadt Lorsch rund um Kunst und Kultur konsequent weiter ausbauen und freuen uns daher über engagierte internationale Initiativen wie die von Jürgen Heinz und dem Sculpture Network “.

Das New Year’s Brunch im Atelier von Jürgen Heinz, Nibelungenstraße 64, 64653 Lorsch, findet am 19. Januar ab 11 Uhr statt, der Vortrag von Dr. Paul Hirsch wird gegen 14 Uhr beginnen. Noch kann eine sehr begrenzte Anzahl von Karten reserviert werden unter: presse@atelier-juergenheinz.de. Unkostenbeitrag: 10 €