Seeheim-Jugenheim

Am 15. Juni traf sich wieder das fleißige Tannenburg-Team des Heimat- und Verschönerungsverein Seeheim zum Arbeitseinsatz. Foto: Stefan Oelsner
18. Juli 2013 

Ritterlicher Blaumann-Kampf um die Tannenburg

Heimat- und Verschönerungsverein Seeheim seit 40 Jahren baulich aktiv – Verstärkung gesucht!

SEEHEIM-JUGENHEIM, Juli 2013 (pem), Die alten Rittersleut‘ stellt man sich gerne etwas zu romantisch vor. Angetan mit gleißenden Rüstungen auf stolzen Rössern, mit Schwert und Lanzen bewaffnet, zu Turnieren, Kriegs- und Beutezügen stets kampfbereit. Da Cuno von Münzenberg 1210 den Sitz als Raubritterburg gründete, waren die Herren vom Tannenberg wahrlich oft in Händel verwickelt, bis dem Raubrittertum der Garaus gemacht wurde.

Unter Federführung Frankfurts vereinigten sich umliegende Städte, zogen gen Tannenburg um sie 1399 zu vernichten. Die Mauern zerfielen und wurden in den folgenden Jahrhunderten als Baustoffe von der ländlichen Bevölkerung benutzt.

1972 erklärte sich kurzerhand der Heimat- und Verschönerungsverein Seeheim zum neuen Besitzer.

Und seitdem wird wieder auf der Höhe des Seeheimer Hausbergs gekämpft: In Blaumann und Gummistiefeln, mit Spaten, Rechen, Sägen, Hacken und allem Gerät, das dazu dient, das schlummernde Dornröschen von seiner Jahrhundert-Überwucherung zu erlösen. Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Seeheim fanden sich zusammen, um die Reste der Anlage zunächst freizulegen, zu sichern und später Teile der Tannenburg weitestgehend zu restaurieren. Unermüdlich, seit mehr als 40 Jahren, wird in den Sommermonaten dort oben gewerkelt.

Wer die Anlage aus den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch kennt und sie jetzt betrachtet, kann erkennen, wie fleißig die Männer und auch Frauen des HVV gearbeitet haben. Der räuberische Horst von einst hat sich gewandelt zum friedlichen Ausflugsziel mit gastfreundlichen Bänken und Tischen, die zum Verweilen bei wunderbaren Bergstraßenausblick einladen. Vieles ist schon geschafft. So kann der Besucher die Burg bereits wieder dem Graben folgend, gänzlich umrunden. Noch mehr bleibt zu tun, nicht zuletzt deshalb, weil bedauerlicherweise mutwillige Beschädigungen und Vandalismus die Arbeiten immer wieder zurückwerfen und mühsam Errichtetes erneuert werden muss. Viele helfende Hände werden dazu gebraucht. Deshalb wünschen sich die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Mitstreiter. Dazu muss man aber kein Mitglied im HVV sein oder werden. Die nächsten Arbeitseinsätze sind am 13. Juli, 17. August, 7. September und 12. Oktober.

Arbeitsgerät und Brotzeit werden gestellt, mitzubringen also nur ein Herz für Heimatschönheit, Muskelkraft, Lust und Laune! Wer Interesse hat mehr zu erfahren, wende sich bitte an Klaus Möws, Tel.: 06257 / 82398 oder Gerhard Schulz, Tel.: 06257 / 81690.