Seeheim-Jugenheim, Sport

Als erste FSJlerin hat die zukünftige Lehramtsstudentin und Reiterin Nicole Pagnia kürzlich ihr Amt angetreten. Foto: soe
22. Oktober 2014 

Sattelnachwuchs auf Siegerschleifchen-Jagd

Um Haaresbreite siegte die Mannschaft des RuF Mannheim Sandhofen beim Schulpferde-Cup-Turnier des RuF Seeheim – Freiwilliges soziales Jahr beim Seeheimer Reiterverein möglich

SEEHEIM-JUGENHEIM, Oktober 2014 (pem), Mit dem „Schulpferde-Cup“ bot der Seeheimer Reitverein kürzlich jungen Nachwuchstalenten die Möglichkeit, auf vereinseigenen Pferden an den Start zu gehen, um erste Turniererfahrungen zu sammeln. Neben den beiden lokalen Vereinen war der RuF Arheiligen zu Gast. Zwei weitere Mannschaften entsandte der RuF Mannheim Sandhofen. In den vom Reiterverband vorgegebenen Aufgaben geht es darum, das reiterliche Können unter Beweis zu stellen. Deshalb begann der Tag mit der schriftlichen Abfrage des theoretischen Wissens über Pferdehaltung,- pflege, Sicherheit, Unfallprävention, Tier- und Naturschutz. Obwohl sich alle zwanzig jungen Damen hervorragend schlugen, war es den meisten lieber, den Stift in der Hand mit dem Zügel zu tauschen. Das Punktesammeln auf der Jagd nach dem gelben Siegerschleifchen setzte sich in der Dressurprüfung fort. Hier gilt es die drei Gangarten zu beherrschen und Hufschlagfiguren nach Ansage in der Bahn korrekt auszuführen.

Kontakt zum Pferd, Sitz, Haltung und Integration in die Abteilung stellen die Bewertungskriterien dar. So erhält jeder Schüler eine fachkundige Einschätzung des eigenen Leistungsstandes und trägt mit seinem Ergebnis zum Gemeinschaftskonto bei: Gezählt wird die Durchschnittsnote der Reiterinnen einer Mannschaft – auf jeden kommt es an! Wenn es bei den Ritten Punktabzüge gab, so lag es nie an gravierenden Mängeln der reiterlichen Fähigkeit, sondern an den Nerven, die der Konzentration ein Schnippchen schlugen. Keine der kleinen Amazonen brauchte „Trostapplaus“. Jede konnte den Beifall als aufrichtige Anerkennung der Leistung entgegen nehmen. Um die Variationen eines Mensch-Tier Teams ganz auszuschöpfen, sah der Wettbewerb noch das Vormustern an der Hand vor: ein Mitglied der Mannschaft führt ein Pferd am Zügel, stellt es mit seinen persönlichen Daten wie Rasse, Abstammung, Körpermerkmale vor und präsentiert es in Schritt, Trab und Stand. Knapper hätten die Ergebnisse nicht ausfallen können, die nur um Pferdehaaresbreite die Mannschaften voneinander trennten und schließlich die Rangfolge ergaben: Mannheim Sandhofen (154,2), Arheiligen (149,9), Mannheim Sandhofen 2 (149,7), RuF Seeheim Bergstraße 1 (148,4) und RuF Seeheim 2 (146,5): Wer kein eigenes Pferd besitzt, muss selbst das Schleifchen tragen und die Ehrenrunde ist ebenfalls im zweibeinigen Galopp einmal ums Hallenrund zu absolvieren!

Der Schulpferde-Cup stellt nur ein Beispiel dar für die gelungene Jugendarbeit, die dem Reit- und Fahrverein Seeheim/Bergstraße e.V. besonders am Herzen liegt. Neben der sportlichen Ambition steht die Pflege des sozialen Miteinanders im gesamten aktiven Vereinsleben hoch im Kurs. Dabei ist man für jede Optimierung offen und Innovationen gegenüber aufgeschlossen. So wurde im vergangen Jahr die Idee verwirklicht, eine Stelle für Absolventen eines FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) zu schaffen. Der Schwerpunkt liegt dabei in Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sowie die selbständige Planung von Projekten rund ums Pferd. Die 18-Jährige Nicole Pagnia nutzt seit dem 1. September diese Chance als ideale Vorbereitung auf ihr Lehramtsstudium. Bereits in den ersten Wochen gab es viel zu erleben. Neben dem Training der PM-Schulpferde Cup Teams plante Nicole gemeinsam mit der Jugendwartin des Vereins die Veranstaltungen für das kommende Jahr. Die erste davon war eine Stallübernachtung mit Vereinsmitgliedern im Alter von 7-15 Jahren.

Mit einem Schubkarrenrennen wurden der vergnügten Schar einmal alternative Sportlichkeit zum Satteltraining abverlangt. Den Höhepunkt der Veranstaltung brachte der Abend: Die Nachtwanderung, verbunden mit einem Pferdequiz, dessen Lösung zu dem Süßigkeitenschatz führte. Nicole Pagnia freut sich, aus ihrer eigenen Reitleidenschaft jetzt auch im Hinblick auf ihr berufliches Fortkommen Gewinn ziehen zu können.

Sie verbindet beides miteinander und belegte bereits zuvor den Lehrgang zur Trainer C-Lizenz. „Jeder, der ein FSJ in einem Reitbetrieb ins Auge fasst, sollte schon Erfahrung mit dem Thema Pferd mitbringen, da man auch bei der Ausbildung der Lehrpferde hilft und die Reitlehrer beim Unterrichten unterstützt,“ betont Nicole Pagnia und möchte Interessierte dazu ermuntern, sich bereits jetzt für 2015 zu bewerben (info@reitundfahrverein-seeheim.de) Die Stelle ist eine Gewinn für den Verein. Mit der daraus erwachsenden Unterstützung wird der RuF Seeheim auch künftig jede Hürde nehmen und immer bestens im Rennen liegen.