Bensheim, Best Ager-Senioren

Ausgezeichnete Verwaltung. Insgesamt zehn städtische Einrichtungen wurden vom Kreisseniorenbeirat Bergstraße mit dem Zertifikat „Seniorenfreundlicher Betrieb“ ausgezeichnet.
03. August 2013 

Seniorenfreundliches Bensheim

Kreisseniorenbeirat zeichnet städtische Einrichtungen aus

BENSHEIM, August 2013 (js), Mit Hessens erstem kommunalen Demografiebeauftragten, der seit 2006 im Bensheiner Rathaus im Amt ist, hat sich die Stadt schon sehr frühzeitig auf den Weg gemacht, den demografischen Wandel zu gestalten. Dabei geht es nicht nur darum, über die Auswirkungen einer bunter, weniger und älter werdenden Gesellschaft nachzudenken. Vielmehr müssen Barrieren im Kopf und im Alltag abgebaut werden, um auch in Zukunft als Arbeits-, Wohn- und Lebensstandort attraktiv zu bleiben. „In unserer Stadt sind alle Generationen willkommen und wir möchten, dass alle am öffentlichen Leben teilhaben können, ohne durch bauliche Hindernisse ausgeschlossen zu werden“, so Bürgermeister Thorsten Herrmann.

Das fängt bei abgesenkten Bordsteinen im öffentlichen Straßenraum an und hört bei barrierefreien Zugängen zu öffentlichen Einrichtungen noch lange nicht auf. Dass diese Bemühungen für eine barrierearme Stadt noch keine Selbstverständlichkeit sind, macht die jüngste Anerkennung für die Stadt deutlich, die Bürgermeister Thorsten Herrmann im Rathaus in Empfang nehmen konnte. An insgesamt zehn städtischen Einrichtungen – sieben Dorfgemeinschaftshäuser, das Rathaus, das Museum und die Stadtbibliothek – vergab der Kreisseniorenbeirat Bergstraße die Auszeichnung „Seniorenfreundlicher Betrieb“. Mitgebracht hatten die Zertifikate Vorsitzender Randoald Reinhardt, Regionalvertreter und neuer Vorsitzender der Landesseniorenvertretung Hessen, Friedel Rau, sowie Klaus Domsel vom Arbeitskreis „Seniorenfreundliche Betriebe“. Für Bürgermeister Herrmann ist diese Auszeichnung Anerkennung der Bemühungen und Bestätigung der städtischen Willkommenskultur zugleich, auch wenn seiner Idealvorstellung nach Barrierefreiheit irgendwann so selbstverständlich in der Gesellschaft verankert sein sollte, dass eine Zertifizierung nicht mehr erforderlich ist.
Denn dass es hier nicht nur um die Bedürfnisse der älteren Generation geht, bestätigte auch Vorsitzender Reinhardt: „Wenn wir als Kreisseniorenbeirat tätig sind, dann tun wir etwas für die Gesamtgesellschaft“, verwies er auf Stufen und zugeparkte Gehwege, die auch Eltern mit Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl behinderten. Ausdrücklich lobte er die Stadt Bensheim, die sich mit dieser Thematik schon frühzeitig und „beispielhaft“ auseinandergesetzt habe.

So werden bei der Stadt Bensheim inzwischen alle Maßnahmen auf ihre Demografiefestigkeit geprüft. Das gilt nicht nur für öffentliche Gebäude und Einrichtungen sondern insbesondere auch für den öffentlichen Straßenraum. Erster Stadtrat Helmut Sachwitz nannte hier das für Bensheim-Mitte und Auerbach erstellte Barrierekataster, das inzwischen größtenteils abgearbeitet sei. Auch Stadtrat Adil Oyan machte auf die vielfältige Bedeutung von Barrierefreiheit aufmerksam. So sei mit entsprechenden Angeboten auch an Beeinträchtigungen beim Sehen und Hören zu denken und das sei ebenfalls kein ausschließliches Problem von Senioren.

Das Ziel einer barrierefreien Stadt sei von der öffentlichen Hand alleine aber nicht zu schaffen, weist Bürgermeister Herrmann ergänzend auch auf den privaten Wohnungsbau und die freie Wirtschaft hin. „Hier handelt es sich um einen Entwicklungsprozess, bei dem alle gefordert sind und der einmal mehr von den Stärken einer vernetzten Stadt profitiert“, verweist Herrmann auf den örtlichen Seniorenbeirat, das Mehrgenerationenhaus oder die mobilen Wohnberater.

Auf 500 Zertifikate für das gesamte Kreisgebiet hat der Seniorenbeirat seine schon seit einigen Jahren laufende Aktion „Seniorenfreundlicher Betrieb“ begrenzt. Mit einem Erstzertifikat wurden laut Klaus Domsel inzwischen 330 Betriebe (Geschäfte oder gastronomische Betriebe) ausgezeichnet. Stellt sich der Betrieb zwei Jahre nach der ersten Auszeichnung erneut einer Prüfung, erhält er nach positivem Ergebnis eine dauerhafte Auszeichnung.

Diese hat die Stadt Bensheim jetzt für das Museum, die Stadtbibliothek und für das Rathaus bekommen, während die Plakette mit der roten Blume auf weißem Grund für die sieben Dorfgemeinschaftshäuser eine Erstzertifizierung ist. Bereits 2010 hatten das Bürgerbüro und die Touristinfo in der alten Faktorei die dauerhafte Auszeichnung erhalten.