Zwingenberg und Rodau

Rodauer Ortsbeirat säuberte den Horstgraben.
24. Juli 2013 

Sind 30 cm wenig oder doch viel?

RODAU, Juli 2013 (meli), Rodauer Ortbeiratsmitglieder darunter Ortsvorsteherin Birgit Gärtner und stellv. Ortsvorsteherin Christiane Weiß, Beate Klein und Manfred Schneidt trafen sich mit Herrn Röder vom Gewässerverband während der Säuberungsaktion der Entwässerungsgräben am Mi. 17. Juli 2013 am Horstgraben.

Die große Frage die den Ortsbeirat nach wie vor bewegt, lautet: Fließt der Horstgraben nach der Reinigung mit dem Mähkorb ab oder nicht? Herr Röder holte dazu etwas weiter aus und gab dazu einen Überblick des komplexen Entwässerungsgrabensystems des gesamten Kreises Bergstraße, das nach seiner Meinung nicht punktuell betrachtet werden darf, auch der Rhein spielt eine große Rolle und wirkt auf den Abfluss der Bäche und Gräben ein.

In den letzten Jahren wurde die Pflege der Entwässerungsgräben nicht kontinuierlich betrieben, da die Naturschutzbehörde bei jeder Instandhaltungsmaßnahme auch einen Eingriff in die Ökologie sieht. Renaturierung des Rieds heißt die Devise, jedoch zu welchem Preis?

Es wird schwierig aber nicht unlösbar sein, zwei konträre Sichtweisen zu harmonisieren, wie Hochwasser- und Grundwasserschutz für Siedlungsgebiete und Naturschutz für FFH-Gebiete (Flora, Fauna, Habitat). Für die Zukunft eine große Aufgabe und Herausforderung für eine interkommunale Zusammenarbeit.

Wie viel Ökologie können oder wollen wir uns leisten und welchen Einfluss auf Lebensräume hat der Naturschutz auf Hochwasser und der Hochwasserschutz auf Naturschutz?

Das Säubern der Entwässerungsgräben hat nach Meinung von Herrn Röder schon einen gewissen Effekt. Gräben mit flachem Gefälle fließen nur ab, wenn Wasser auch fließen kann, was ein verkrauteter und verwucherter Graben mit allerlei Wasserpflanzen, Algen, Schilf, Röhricht, Laub und sonstigen Geäst und Gestrüpp verhindert.

Bei der Säuberung ist es gleichermaßen wichtig die verrohrten Durchführungen unter Straßen- oder Feldwegquerungen zu säubern, damit Verstopfungen der Rohre den Fluss des Wassers nicht an den Engstellen zusätzlich behindern.

Sofort war erkennbar, dass der gemähte Teil des Horstgrabens das Wasser fließen lässt und der ungemähte Teil das Wasser wieder ausbremst.

Der Wasserstand am Wehr des Horstgrabens zum Mühl- und Mittelgraben betrug zu Beginn der Mähaktion am 17.7.2013 laut Pegelstandsmesser am Wehr 98 cm, einen Tag später am 18.7.2013 nach der Säuberungsaktion nur noch 86 cm und am 22.07.2013 noch 76 cm.

Gemäß Information von Herrn Röder fiel der Pegelstand am Horstgraben nach der Säuberungsaktion um insgesamt 30 cm.

Laut Aussage von Herrn Androsch (Geschäftsführer Gewässerverband) beim Bürgerforum am 06.07.2013 in Rodau und Herrn Schimpf (Verbandsvorsteher des Gewässerverbandes) würde das Säubern der Entwässerungsgräben nur wenig Effekt bringen. Jetzt stellt sich die Frage sind 30 cm wenig, oder ist hier wenig doch viel?

Im Hinblick auf die hohen Grundwasserstände und der Vernässungsschäden an Gebäuden in Rodau muss ein besonderes Augenmerk auf die Verweildauer der Wassermengen in den Entwässerungsgräben rund um Rodau gelegt werden.

Extremniederschläge sind immer öfter zu erwarten, so dass sich die Grundwasserproblematik künftig noch verschärfen wird. Es wird im öffentlichen Interesse sein, regelmäßige im Umfang und Zeitraum
klar festgelegte Säuberungsaktionen des Entwässerungssystems auszuführen. Der Ortsbeirat Rodau ist bestrebt gemeinsam mit dem Gewässerverband Maßnahmen konkret zu definieren.

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