Seeheim-Jugenheim, Sport

Bestens vorbereitet auf den Parcours hat Reitlehrerin Katrin Ernstmann ihre Schützlinge, die, wie hier Jessica Köbe, entspannt an den Start gingen. Foto: Stefan Oelsner
12. Oktober 2013 

Turnierpremierenfieber spornt den Teamgeist an

Der Seeheimer Reit- und Fahrverein richtete den PM-Schulpferde Cup aus und belegte den dritten Platz

SEEHEIM-JUGENHEIM, Oktober 2013 (pem), Ein bundesweiter Wettbewerb für Reiter ab 12 Jahren – da soll man als Teilnehmer nicht nervös werden? Lampenfieber gehört zu jeder Kunst und blieb deshalb nicht aus vor dem „PM -Schulpferde-Cup“, den der Seeheimer Reit-und Fahrverein ausrichtete.

Im öffentlichen Bewusstsein gilt Reiten immer noch als Elitesportart. Das Bild möchte der Reiterverband mit dieser Veranstaltung korrigieren. „Man kann Turnierluft schnuppern ohne ein eigenes Pferd zu besitzen“, erklärt die Vorsitzende Kirsten Pagina. Es starten nur Pferde, die für den allgemeinen Unterricht eines Vereins verwendet werden. Ein reizvoller Wettbewerbsimpuls im Breitensportkonzept. „Wir sind ein kleiner und familiärer Verein, der gerne jedermann die Tore öffnet“, ergänzt sie. Das breite Unterrichtsangebot vom Ponykurs für die Jüngsten über die klassische Ausbildung und das Voltigieren bis zum Seniorenreiten beweist das Engagement.

Bereits im Vorfeld des Turniers kam Schwung in das Vereinsleben. Solidarisch krempelten Mitglieder und Helfer die Ärmel auf und überzogen das gesamte Gelände den Sommer über mit einer Welle des Großreinemachens. Um Auf-räum- und Verschönerungsarbeiten durchzuführen, legte man sich mächtig ins Zeug. Unterdessen stieg bei der sportlichen Vorbereitung das Premierenfieber unter den jungen Amazonen. Auf jeden einzelnen kommt es genauso an, wie auf die ganze Gruppe, denn nur die Mannschaftswertung entscheidet. Die Mädchen entwickelten unglaublichen Teamgeist. Die zusätzlichen Turnierübungsstunden genügten ihnen nicht, sie ergriffen Eigeninitiative, coachten einander gegenseitig und begannen mit Longenstunden von der Pike auf Sitz und Haltung unermüdlich zu optimieren. Sich intensiv mit den Anforderungen des PM-Cups zu befassen, lohnt sich doppelt, denn die Aufgaben ähneln bereits denen des Reiterabzeichens.

So begann auch der Turniertag für alle mit dem „Schreckgespenst“: der Theorie. Kaum einer hatte Schwierigkeiten Fragen zu Pferdehaltung und Pflege zu beantworten. Im Sattel fühlten sie sich bei der Dressurprüfung wohler. Unter den strengen Richteraugen galt es, in den drei Gangarten die geforderten Hufschlagfiguren korrekt auszuführen. Neben den beiden Seeheimer Mannschaften bildeten die des Reiterhofs Mohr und der Reitervereinigung Bensheim die Konkurrenz. Die Springprüfung ergänzte die Ergebnisse durch die Einzelwertungen. Das Publikum erlebte spannende Runden und sah viele Reiterinnen, die über sich selbst hinauswuchsen. Jeder trug seinen Privatsieg nach Hause! Mit dem „Vormustern“, das Präsentieren eines Pferdes an der Hand, war die letzte Disziplin absolviert. Als Sieger stand nun der Kinderreitsportclub Bensheim II fest und qualifizierte sich für die nächste Runde. Die Seeheimer Mädchen sicherten sich den dritten Platz – dabei sein ist alles und von Enttäuschung keine Spur. Dem Verein wird demnächst auch eine andere Anerkennung zu Teil: besondere Breitensportarbeit honoriert der Landessportbund mit dem Kauf von Sportgeräten. Im Fall des RuF bedeutet dies eine kräftige Finanzspritze als Bezuschussung für das neue Voltigierpferd.