Seeheim-Jugenheim

Beim Schachclub konnten sich die jungen Nachwuchsschachspieler die Grundlagen und Feinheiten des Schachspiel erklären lassen. Foto: Stefan Oelsner
21. Mai 2013 

Vereint, verortet und verbunden mit Seeheim-Jugenheim

Beim ersten Neubürger-Bergrüßungstag der Gemeinde stellten sich Vereine, Organisationen und Institutionen mit ihren Beratungs- und Mitmachangeboten vor

SEEHEIM-JUGENHEIM, Mai 2013 (pem), Neue Bürger, neue Chancen für Vereine und Organisationen durch neue Mitglieder! Bürgermeister Olaf Kühn bezeichnete zur Eröffnung der Veranstaltung am 13. April den „Neubürger-Begrüßungstag“ als „Experiment, das man gerne gewagt habe und bereit sei, zu wiederholen“.

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ So hätte man einladen können. Die vorrangige – aber nicht ausschließliche – Zielgruppe der Börse stellten die unlängst Zugezogenen dar. Ihnen sollen Anregungen gegeben werden, hineinzuwachsen und sich zu verwurzeln. Hilfreich sind Angebote zur Förderung von Integration und Unterstützung im sozialen wie verwaltenden Bereich. Zum Wohlfühlen gehören ebenso Hobbies, Freizeitgestaltung und Plattformen zum Kontaktknüpfen.

Der beste und von der Gemeinde hoch geschätzte Weg sich zu „verorten“ und sich in das Gemeinwesen einzubringen, führt über die Ehrenämter. Ohne das unermüdliche Engagement der unentgeltlich tätigen Frauen und Männer in Rettungs- und Hilfsdiensten, Vereinen und kulturellen Organisationen wären viele Veranstaltungen und Aktivitäten weder logistisch noch finanziell zu bewerkstelligen.
Einen hohen Rang hat das Vereinsleben, in dem der kommunale Herzschlag pulsiert. „Intakte Strukturen entscheiden wesentlich über die Gesamtlebensqualität einer Gemeinde“, versicherte Olaf Kühn. Die enorm interessierte Publikumsfrequenz deutete den Erfolg der Infobörse bereits an. Zum „Schnupperkurs“ kamen auch „Alteingesessene“, um sich einen Überblick all des Guten, was so nahe liegt, zu verschaffen.

Wer kannte den kleinen, aber rührigen Ober-Beerbacher Waldschwimmbadverein? Wer wusste, dass in diesem schönen Bergdorf Kirche auf dem Land für das Land ganz anders zu erleben ist, mit Gottesdiensten direkt auf den Höfen oder in Wald und Flur?

Der sich ständig steigernde Informations- und Beratungsbedarf in sozialen Fragen spiegelte sich im Publikumsinteresse an den Ständen der entsprechenden Organisationen wieder.

Dem Ausländerbeirat als Gremium der Interessenvertretung im Gemeindeparlament sowie dem Partnerschaftsverein, der sich mit Stammtischen der persönlichen Kontaktpflege zwischen ausländischen Neubürgern und „Ur-Bürgern“ verschrieben hat, kommen dabei eine bedeutende Rolle zu. Die AWO zeigt sich integrationsbeflissen das nachbarschaftliche Zusammenleben mit den Behindertenwohngruppen positiv zu gestalten. Das „Sterntalerlädchen“, vornehmlich Kinderkleiderspenden-Umschlagplatz, hat sich zu einem Treff- und Kontaktpunkt entwickelt für Menschen aller Schichten mit und ohne Migrationshintergrund.

Auf einen Verein mit dem langen Atem der Hilfswilligkeit ist die Gemeinde besonders stolz. Schon seit den 90er Jahren ermöglichen die Mitglieder der Tschnernobyl-Hilfe Seeheim-Jugenheim strahlengeschädigten Kindern aus Tschernobyl Erholungsaufenthalte an der Bergstraße und werden dabei sogar vom Landkreis unterstützt. Die Sportvereine setzten in ihrer Überzeugungskraft auf praktische Anschauung. Mit zahlreichen Vorführungen gewannen die Zuschauer Einblicke in Trainingseinheiten. Darbietungen des Kirchenchors und Kinderaktivitäten wie Schminken bei der Gruppe JA, Wasserspiele der Feuerwehr, kreatives Gestalten bei der „Werkstatt Sonne“ bereicherten den Nachmittag familienfreundlich.

Das vielschichtige Angebot für einzelne Altersgruppen, Kinder oder Senioren sowie für Frauen, der pralle Kalender kultureller Veranstaltungen, die reizvollen Möglichkeiten, sich in konkreten Projekten des Natur- und Umweltschutzes zu betätigen, ließen für den Besucher eigentlich nur ein Fazit zu: Nein zum Alleinsein, lass Dich mit Freude auf einen Verein ein!

Alle Fotos: Stefan Oelsner
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