„Weißkopfkinder“ suchen das Trommelzauberdorf Tamborena
Der Förderkreis Spiel(T)räume ermöglicht den Schuldorf-KiTa-Kids einen faszinierenden musikalischen Aktionstag mit „Trommelzauber“
SEEHEIM-JUGENHEIM, Oktober 2013 (pem), Reisefieber, Fantasie und natürlich eine Trommel braucht man als Grundausrüstung. Dann noch aus Leibes Kräften den Mutmachsong „Mamasimbalaa, Mama simbalele“ singen und schon steht der magischen Afrika-Expedition nichts mehr im Weg!
Die sonore Stimme des schwarzen Kontinents lockt die „Weißkopfkinder“ zum Zaubertrommeldorf „Tamborena“. Sie schlagen sich buchstäblich durch. Rhythmisch bearbeiten die kleinen Hände mit Feuereifer die strammen Felle über den hölzernen Klangkörpern der afrikanischen Instrumente. Die Jungs und Mädchen fallen bei den Liedern in den Takt ein, den die „Trommelzauberer“ vorgeben. Jede Etappe der Reise hat ihren eigenen „Beat“. Gelegentlich dürfen die Trommeln aber schweigen. Dann spielt „DJ Dr. Fofo“ original afrikanische Musik ein, zu der in ebenso stilechter Choreographie getanzt wird.
So stellen sich die Kleinen die Tierwelt in Dschungel und Savanne nicht nur vor, sie stellen sie auch dar: Es erscheinen Elefanten mit Rüsselgruß, Gazellen auf Löwenflucht und schwimmlustige Krokodile. Spätestens wenn die Kinder das Tanzzauberlied anstimmen, ist es auch um die Erwachsenen geschehen. Bei einem Mitmachkonzert darf keiner darauf hoffen nur zuhören zu dürfen. Die Magie schlägt sie in den Bann und sie müssen sich einfach mit Stampfen, Klatschen und Hüftschwung dem Bewegungsvergnügen hingeben. „Trommeln und Tanzen tut jedem gut!“ ist das Credo des „Trommelzauber“-Initiators Johnny Lamprecht. Seit fünfzehn Jahren ist er mit verschiedenen Teams unterwegs, um Aktionstage, Projektwochen, Mitmach- Events aber auch pädagogische Fortbildungen zu veranstalten.
Der Theologe und Familientherapeut hatte in Südafrika und Senegal Gesänge und Tänze an ihren Ursprüngen kennen, lieben und praktizieren gelernt. „Aggressionsabbau, Glückshormonausschüttung, Lockerung von Muskeln und Seele, Verbesserung der Motorik und Konzentration; Entspannung… das sind nur ein paar wichtige positive Effekte des Trommelns“, versichert er. Der Funke der Kreativität springt ebenfalls über und Kinder lassen sich spontan zu eigenen Geschichten inspirieren: Die Trommel auf den Kopf gesetzt, verkündet stolz ein Junge „Ich bin der König von Tamborena“ und seine drei Freunde lassen die Finger zum Applaus auf ihre Instrumente prasseln.
Vor dem krönenden Abschlusskonzert hatten die KiTa-Kids und –Betreuerinnen den Tag über Zeit unter Anleitung des „Trommelzauberteam“ die guten „Vibrations“ zu spüren als Bauchgefühl. „Die Trommel gehört zu den wenigen Dingen, die sich freuen, geschlagen zu werden, aber sie gibt die Freude zurück“, beschreibt Johnny Lamprecht.
Ein pädagogisch wertvolles Ereignis wie dieser Aktionstag ist kaum im engen KiTa-Etat enthalten. Um den Kindern dennoch Besonderes bieten zu können, tritt der Förderverein Spiel(T)räume auf den Plan. Die lebendige und faszinierende Einheit in Sachen musikalischer Früherziehung stellt ein weiteres Beispiel dafür dar, wie erfolgreich Eltern, Erzieher und Förderverein zum Wohl der Kinder beste Kooperation pflegen.
Die Trommelzauberlehrlinge danken es mit einem lautstarken vielhändigen Wirbel und in Originalsprache gesungen: „Nakopendusana!“
