Bensheim

Kerb Hochstädten 2012Hochstädter Kerwekönigin inklusive Hofstaat.
21. August 2012 

Wer den Schaden hat…

Hochstädter Kerwerede wieder gespickt mit netten Anekdoten

HOCHSTÄDTEN, August 2012 (bumi), Eine Rede zur Kerb ist wie das Salz in der Suppe. Es gehört einfach dazu und Kerweparre Roland Schneider hatte wieder einiges zu erzählen. Süffisant und in Versform ließ er die lokalen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate passieren. Mit „Ereignissen“ waren zumeist Missgeschicke und Kuriositäten gemeint, die den Hochstädtern passiert sind.
Zunächst zogen der Kewerparre, sein Mundschenk (Sören Stoll) und die Kerwekönigin Christiane Krauß standesgemäß ins Kerwedorf ein. Alle hoch zu Wagen führten sie den Kerweumzug an, der sich durch den Ort schlängelte. Schon der Zugweg war umsäumt von zahlreichen Schaulustigen. Ebenfalls mit dabei war der große Kerwekranz, der dann im Verlauf der Rede von Mundschenk Sören Stoll mit einer ganzen Flasche Weißwein getauft wurde.

Zu hören bekamen die Gäste im Festzelt unter anderem die Geschichte von der Oma die an falscher Stelle des Rezeptes statt Vanillezucker aus Versehen Backpulver nahm. Dann gab es da den werdenden Vater, der seinen Feierabend im 07er Vereinsheim verbrachte und etwas zu tief ins Glas geschaut hatte. Dumm nur, dass ausgerechnet an diesem Abend seine Frau meinte, es wäre soweit. Der Angetrunkene fuhr die Hochschwangere ins Krankenhaus nach Bensheim und wurde prompt von einer Polizeistreife verfolgt und dann angehalten. Sein bitten und betteln half nicht viel, denn bei seiner Frau war es an dem Abend „falscher Alarm“. „Bis zur Geburt, hat der nur noch Wasser getrunken“, so der Kerweparre. Dann gab es da noch die Geschichte von dem Hundehalter, der ein Spielzeug für den Hund versehentlich in den Baum warf. Um das herunterzuholen, flogen noch andere Gegenstände hinterher – und blieben ebenfalls in den Ästen hängen. „Ich sage euch: Die Brocke komme demnächst auch wieder runner.“

Interessant auch jene Geschichte einer älteren Dame, deren Haustür beim Gang zum Briefkasten zuflog und schließlich mit Hilfe von Nachbarn durch ein gekipptes Fenster wieder ins Haus kam oder die von einer Spülmaschine, in der das Geschirr nicht sauber wird. Man hätte sich, so der Rat vom Kerweparre, vorher die Anleitung durchlesen sollen: Es empfiehlt sich vor Inbetriebnahme den Wasserhahn zu öffnen. Oder die Anekdote von den zwei Männern, die sich um ein Haus kümmern sollten, deren Besitzer verreist waren. Beide wussten nichts voneinander und wunderten sich, weshalb die Zimmerpflanzen stets so nass waren. Wachsame Nachbarn vermuteten hier gar zwei Einbrecher und riefen im Übereifer gar die Polizei.

Über ein verlorenes Handy im Auto kam die Kewerede am Ende schließlich zum Redner selbst: Wie er seine Frau zum Traualtar führen wollte und vor der Kirche feststellte, dass die Ringe fehlen. Schließlich fand er sie doch bei sich zu Hause auf dem Stuhl liegend. Die Hochzeit verschob sich um 15 Minuten.
Schade nur, dass die Kerwerede immer wieder im lauten Gemurmel der Zuhörer unterging. Vielleicht sollte man die Arbeit, die hinter einer solchen Rede steckt, doch in Zukunft etwas mehr würdigen, indem man für einige Minuten mal aufmerksam zuhört.

Fotogalerie:
Alle Fotos von Mic Burmeister.
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Dieser Artikel erschien in der August/September-Ausgabe des Melibokus Rundblick (Nr.157).