Zielgerichtete Biopsie in der Heidelberger Klinik
Magnetresonanz-Tomografie unterstützt die schonende Prostata-Therapie
HEIDELBERG, November 2012 (meli), Mit einer besonderen Kombination von zwei hochmodernen, bildgebenden Verfahren ist es der Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie gelungen, eine Krebserkrankung der Prostata genau und äußerst schonend zu diagnostizieren. Konventionelle Biopsien liefern Ergebnisse meist nur nach dem Zufallsprinzip; mit dem neuen Verfahren sind jetzt sehr genaue Aussagen darüber möglich, ob überhaupt eine Krebserkrankung vorliegt, und wenn ja, an welchen Stellen der Tumor sitzt.
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie hat sich seit fast zwanzig Jahren auf die schonende Therapie von Prostata-Erkrankungen spezialisiert. Das betrifft einerseits gutartige Veränderungen, wie die Benigne Prostata-Hyperplasie (BPH), aber auch Krebserkrankungen wie das Prostata-Karzinom (PCa). Ein solches Karzinom ist allerdings nur schwer auszumachen. Je früher es gefunden wird und je früher die Therapie einsetzt, desto größer die Heilungschancen; doch je früher heißt auch, desto kleiner der Tumor.
Männer, die ab dem 45. Lebensjahr ihren Hausarzt oder auch gleich ihren Urologen zur Krebsfrüherkennung aufsuchen, unterziehen sich dort zunächst einer Tastuntersuchung. Doch wenn der Tumor zu klein ist, lässt er sich auch nicht ertasten. Selbst eine Blutuntersuchung mit Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert), gibt keine Sicherheit. „Ein PSA-Wert bis 4 Nanogramm pro Milliliter gilt, je nach Labor, als normal“, erklärt Dr. Thomas Dill, Urologe und mit Dr. Martin Löhr Leiter der Heidelberger Spezialklinik. „Aber es kommt auf die richtige Interpretation des PSA-Wertes an: Nicht jeder, der einen PSA-Wert bis 4 hat, ist zwangsläufig gesund und nicht jeder, der einen PSA-Wert über 4 hat, ist zwangsläufig an Krebs erkrankt.“
Es gibt demnach eine Fülle von Faktoren, die noch berücksichtigt werden müssen. Dazu zählen das Patientenalter, die Prostatagröße, die Beschwerden beim Wasserlassen und die Ergebnisse der Ultraschall-Untersuchung. Nur im Kontext mit diesen Faktoren kann der Urologe den PSA-Wert richtig interpretieren. Um einen Krebs-Verdacht zu erhärten oder auch, um ihn zu entkräften, geht an der Probenahme, also der Biopsie, kaum ein Weg vorbei. Doch auch hier gibt es zahlreiche medizinische Risiken, die eindeutige medizinische Befunde verschleiern. Neben dem Risiko, dass durch die Biopsie-Nadel Bakterien in die Prostata eingeschwemmt werden können, erfolgt die „Stanze“, also die eigentliche Gewebeentnahme meist nach dem Zufallsprinzip. Wird der Tumor getroffen, ist die Probe positiv; liegt die Nadel daneben, ist der Befund negativ und der Tumor bleibt unter Umständen unentdeckt. „Dabei ist die Biopsie an sich noch immer das Mittel der Wahl, nur: man muss sie richtig machen und sich auf möglichst wenige Stanzen beschränken“, meint der Heidelberger Urologe.
Wenn ein begründeter Krebsverdacht vorliegt, sollte sich der Patient zunächst einer Magnetresonanz-Tomografie (MRT) unterziehen. Dieses Verfahren ist äußerst schonend für den Patienten – weil völlig ohne Strahlenbelastung – und liefert dennoch hochgenaue Aufnahmen aus der Prostata. Diese Aufnahmen verwenden die Heidelberger Urologen nun, um sie mit Ultraschall-Aufnahmen zu kombinieren. „Erst wenn die beiden Aufnahmen richtig überlagert werden, ist klar, wo genau der Tumor für die Biopsie-Planung sitzt“, so Thomas Dill. Jetzt verwenden die Heidelberger Spezialisten ein millimetergenaues Raster, ein so genanntes Template. Dieses Template ist eine Art Koordinatensystem, das fest mit dem Behandlungstisch verbunden ist und so zur Führungsschablone für die Biopsienadel wird. Der Patient erhält dabei eine leichte Narkose, um völlig ruhig zu liegen, während die Biopsienadel genau definiert bewegt werden kann, die verdächtigen Areale der Prostata zur Gewebeentnahme ansteuert. Die Entnahme selbst erfolgt dabei nicht, wie üblich durch das Rectum, also den Enddarm, sondern über den Damm unter ganz sterilen Bedingungen.
Und wo liegt nun der besondere Vorteil des neuen Diagnose-Verfahrens? „Wir können uns auf ganz wenige Biopsien beschränken, die auch noch eine sehr hohe Treffsicherheit von gut 90 Prozent liefern“, berichtet Thomas Dill, der schon viele Dutzend solcher Untersuchungen durchgeführt hat. „Wir wollen Wiederholungsbiopsien komplett vermeiden, indem wir bei begründetem Verdacht sofort nach möglichen verstecken Herde fahnden, die mit üblichen Verfahren nur schwer zu entdecken sind.“
Erst wenn der Befund positiv ist, setzt die Therapie ein, die in der Klinik für Prostata-Therapie mit hochintensivem, fokussiertem Ultraschall nach dem HIFU/Sonablate-Verfahren erfolgt. „Schonende Therapie muss unbedingt mit exakter Diagnostik Hand in Hand gehen“, meinen die beiden Urologen der Prostata-Klinik. Und vor allem: Die HIFU-Behandlung kann sich auf die Prostata-Areale beschränken, in denen tatsächlich eine hohe Dichte von Tumorzellen nachgewiesen wurde. Tumorfreie Areale können ausgespart bleiben, so dass unter Umständen die Funktionen der Prostata erhalten bleiben.
Klinik für Prostata-Therapie GmbH, Heidelberg
www.prostata-therapie.de
Tel. 06221 / 65085-0
Dieser Artikel erschien in der Novemberausgabe 2012 des Melibokus Rundblick.

