Essen und Trinken, Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim

Welche nützlichen und heilenden Wildkräuter man in unseren heimischen Wiesen findet, erklärt hier Andrea Kiraly. Foto: S. Oelsner
02. Juli 2014 

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen!

Die Seeheimer Landfrauen finden mit ihren Kräuterwanderungen zur Pflege alten Heil- und Küchenwissens enormen Anklang

SEEHEIM-JUGENHEIM, Juli 2014 (pem), „Kräuterhexe“ ist bei den Seeheimer Landfrauen kein Schmähwort, eher ein anerkennender Ehrentitel. Der Verein ist froh und stolz, zwei besonders Kundige in den Reihen ihrer Mitglieder zu haben.

Zu verzaubern fällt Astrid Sturm und Andrea Kiraly nicht schwer. Mit ihrem breitgefächerten Wissen über die heimische Pflanzenwelt und die unglaubliche Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten beeindrucken sie jeden. Ein Hexenwerk war es trotzdem nicht, sich die umfangreichen Kenntnisse anzueignen. Die große Liebe zur Natur beflügelte sie, sich immer tiefergreifend mit dem Thema zu befassen.

Neben eigenen Beobachtungen unter freiem Himmel, lockte die Neugier sie in ihren „Studierstübchen“ durch Bücherberge, Zeitschriftenstapel und die unendlichen Weiten des Internet. „Die Natur ist so faszinierend und großartig, da gibt es noch unheimlich viel zu entdecken und man wird gar nicht fertig, zu lernen,“ versichert Andrea Kiraly. In Sachen Botanik verfügte sie schon über eine solide Grundlage durch ihren Beruf als Floristin. Sie ergänzte eine Heilerausbildung, um noch besser den Gesundheitsaspekt der Flora würdigen zu können, wie es Generationen vor uns taten.

Mit größter Selbstverständlichkeit nahmen unsere Vorfahren die reichen Gaben von Feldrain, Wald und Wiese für ihr Wohlbefinden in Anspruch. Heute müssen wir uns erst wieder darauf aufmerksam machen lassen, wie nahe das Gute liegt. Eine Kräuterwanderung bietet die beste Gelegenheit, eine spannende und lehrreiche Einführung, die jeder nach individuellen Interessen ausbauen kann. “Uns liegt generell am Herzen, Traditionen zu pflegen ,“ erklärt die erste Vereinsvorsitzende Gudrun Schulz.

Dass diese Idee auf fruchtbaren Boden fällt, bewies die enorme Zahl der Anmeldungen. Durch den großen Zuspruch ermu­tigt, haben die Seeheimer Landfrauen unter anderem die Rezepte ihrer beiden ersten Wildkräuterabende mit allerlei Tipps und Tricks aufgeschrieben. Die „See´mer Sache“, ein kleines Rezept- Büchlein über Kulinarisches und Köstliches entstand. Die wissbegierige Wandererschar verteilte sich auf eine von Astrid Sturm und eine zweite von Andrea Kiraly geführte Gruppe, um für rund anderthalb Stunden durch die Seeheimer Gemarkung zu spazieren. Bei der Schlussrast in der Museumsscheune, konnte die Eindrucksfülle nachklingen.

Was hätte der Speiseplan Passenderes bieten können als Grüne Soße mit Ei oder Pellkartoffeln und Kräuterquark? „Wir wollen anregen, z.B. dem Küchenzettel ein paar neue grüne Nuancen zu verleihen oder die scheinbaren Unkräuter als geschenkten Beiwuchs im heimischen Beet zu betrachten. Unsere von künstlichen Stoffen überfrachteten Papillen können wir wieder durch natürliche neu justieren und unsere Sinneswahrnehmung verfeinern“, erklärt uns Andrea Kiraly.