Schul-News, Seeheim-Jugenheim

Lea, Charlotte und Svenja zusammen mit Sven Gussmann, Mitarbeiter der Gemeinde Seeheim-Jugenheim. Foto: soe
01. Juni 2015 

Hinter dem Badespaß liegt die Technikwelt

Beim Girls- und Boysday hatten Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse Gelegenheit Berufsperspektiven im Jugenheimer Schwimmbad und anderen Einrichtungen der Gemeinde Seeheim-Jugenheim zu erkunden

SEEHEIM-JUGENHEIM, Juni 2015 (pem), Als Ort für Freizeitspaß und Hobbysport kennen Charlotte, Lea und Svenja das Jugenheimer Schwimmbad und lieben es. Deshalb fiel den drei Schülerinnen der sechsten Klasse die Wahl für den „Girlsday“ nicht schwer.

Es ist inzwischen Tradition, dass einmal jährlich Jugendlichen die Gelegenheit geben wird, sich in Betrieben umzuschauen, die als Männer- oder Frauendomäne gelten. Den „Girls“ soll auf diese Weise die Schwellenangst vor technischen Berufen genommen werden, die „Boys“ können ihre soziale Ader entdecken. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Seeheim-Jugenheim Dietgard Wienecke organisierte verschiedene Angebote in kommunalen Einrichtungen. Für Jungs öffneten sich die Türen der Kitas. Beim Bürgerbüro entfiel die Geschlechterrollenverteilung. Schülerinnen konnten sich in diesem Jahr entscheiden für einen Vormittag mit kompetenter Führung im Ordnungsamt, Bauamt, Betriebshof oder im Freibad.

Dort fanden sich Charlotte, Lea und Svenja ein, neugierig, aber ohne konkrete Vorstellungen, was sie erwarten würde. Immerhin liegt das Bad sogar in weiblicher Führungshand: Seit diesem Jahr ist Nicole Jacob Betriebsleiterin. Dass ein „Bademeister“ (korrekte Bezeichnung des Lehrberufs lautet „Fachangestellter im Bäderbetrieb“) die Aufsicht über den Badebetrieb zu führen hat, weiß man. Welche vielfältigen Aufgaben sich aber noch damit verbinden, ahnte keine Badenixe. In die „Geheimnisse“ hinter den Kulissen weihte die Schülerinnen Bauamtsmitarbeiter Sven Gußmann ein.

Selbermachen verschafft die besten Eindrücke: deshalb übernahmen die drei Mädchen gleich eine Routinearbeit mit der Messung des Ph-Wertes des Wasser. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den weiteren Prozess der Wasserqualitätserhaltung durch Chlorzusatz und Filterung. Regel-und Messtechnik begleitet und steuert viele Funktionen.

Neben den physikalischen Prozessen spielt die Chemie auch eine wesentliche Rolle. Mit Ausnahmegenehmigung durften die Schülerinnen außer der Reinigungs- und Heizungsanlage sogar den Chlorraum betreten. Aus Sicherheitsgründen ist dies sonst nur geschultem Personal mit Gasmasken erlaubt. Doch da der Badebetrieb noch nicht aufgenommen war, lief die gesamte Anlage noch nicht auf vollen Touren.

Beeindruckt zeigten sich die drei von der Menge – zehn Flaschen zu je 65 l – die bei schönem Wetter und starkem Badebetrieb gerade einmal für drei Tage den Bedarf an Chlor decken. Mancherlei Superlative setzten sie in Staunen. Ja, interessant ist es – darin sind sich die drei einig, aber eine Berufsperspektive? Eine wie die andere zögert. Nein, das sei doch zu viel Technik oder… vielleicht könnte man später nochmal drüber nachdenken, es sei ja noch viel Zeit.

Auch Sven Gußmann bewertet vor dem Hintergrund vieler Girlsdays diese Institution positiv unter dem Aspekt der Langzeitwirkung: „So ein erster Blick hinter die Kulissen bleibt manchem im Hinterkopf und fördert doch, der Technik gegenüber einfach aufgeschlossener zu sein!“

In den anderen Betrieben machte man stets ähnliche Erfahrungen und damit hat auch in diesem Jahr der Girls-und Boysday sein Klassenziel wieder erreicht!