Wieder Cartoons in der „Anstalt“: Neue „Tetsche“-Ausstellung im Hähnleiner Museum
ASLBACH-HÄHNLEIN, Oktober 2026 (raha), Seit vielen Jahren gibt es im Hähnleiner Museum in der „Anstalt“ (der ehemaligen Bürgermeisterei, Gernsheimer Straße 36, Zugang auch vom Marktplatz) wechselnde Ausstellungen mit Cartoons bekannter Karikaturisten. Nach Til Mette, Peter Gaymann, Janosch, Uli Stein, Horst Haitzinger sowie Greser und Lenz ist es mittlerweile schon die achte Schau dieser lustigen Zeichnungen. In diesem Jahr haben die Museumsleute um Konrad Hoppe Bilder des bekannten Künstlers „Tetsche“ bekommen und man kann etwa 100 Cartoons und zahlreiche Rebusse von ihm im Museum zeigen.
Über 40 Jahre konnte man jede Woche einen neuen Gag unter der Rubrik „Neues aus Kalau“ von „Tetsche“ im „Stern“ sehen.In den Zeichnungen steckt oft mehr, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Man muss schon ganz genau hinschauen, um den „Kalauer“ zu erkennen. Meistens auf den zweiten Blick sind die kleinen Details darin zu erkennen. Sei es der obligatorische „Pümpel“, der auf den meisten Bildern zu sehen ist, oder das Präservativ, das auf dem Boden liegt, die Kippe, der verlorene Zahn und das Spiegelei. Manchmal ist es auch die Säge, die von unten am Ende einer Linie durch den Boden lugt. Immer sind darin neue Kleinigkeiten zu erkennen. Bei vielen Bildern gibt es an den Wänden Kritzeleien, die bei längerem Anschauen versteckte Botschaften für den Betrachter haben. Es lohnt sich, das Bild im Detail zu studieren. Der derbe Humor des Künstlers, der auch oft nicht vor Obszönitäten zurückschreckt, bringt die Zuschauer leicht zum Schmunzeln.
Bereits mit 16 Jahren veröffentlichte der mittlerweile 80-jährige Künstler, der mit bürgerlichem Namen Fred Toedter heißt und im Alten Land wohnt, seinen ersten Cartoon in der „Hörzu“. Nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer verdingte er sich unter Anderem als Pflastermaler, bevor er sich als Karikaturist selbstständig machte. Auch in der „Zeit“, beim Satiremagazin „Pardon“ und bei „Konkret“ hat er seine Spuren hinterlassen.
Seit dem 20. September sind die Bilder zu sehen und die Ausstellung geht noch bis zum 28. Februar 2027. Das Museum in der „Anstalt“ ist jeweils am Samstag und am Sonntag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet, allerdings leider nicht barrierefrei (Treppe zum 1. Stock). Parkplätze sind auf dem angrenzenden Marktplatz beim „teo“ und gegenüber, hinter der „Alten Schule“, vorhanden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber sehr willkommen. Immerhin hat man für die Ausstellung um die 5000 € hingelegt. Alleine die Versicherung für die Karikaturen kostet schon ein kleines Vermögen.
Außer der Cartoon-Ausstellung hat das Museum noch viel mehr zu bieten! Neben Ausstellungen zur Dorfgeschichte gibt es unter anderem ein Modell des Weilerhügels, eine Schusterwerkstatt, einen Tante-Emma-Kaufladen, eine Kamera-Schau und einen Mammut-Stoßzahn zu sehen. Weitere Infos gibt’s bei Konrad Hoppe (06257/5623) und Claus-Dieter Böhm (0151-26624400) oder einfach Anfragen per Mail unter museum-alsbach-haehnlein@unitybox.de.
Eine weitere Veranstaltung des Museumsvereins findet am 24. Oktober im Gemeindehaus der ev. Kirche Hähnlein statt. Dort wird Frau Neubacher einen Vortrag halten.
Sie ist die Tochter einer ehemaligen Beschäftigten der früheren Knaben-Erziehungsanstalt, in der sich heute das Museum befindet, und weiß von ihrer Mutter einiges über das Leben von damals zu berichten. Die Uhrzeit stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest.
