30. Dezember 2025 

Bilder und Geschichten gesucht

Wer weiß was über alte Gaststätten in Hähnlein?

ALSBACH-HÄHNLEIN, Dezember 2025 (raha), Früher gab es in Hähnlein sehr viele Gasthäuser. Dokumentiert sind bis zu zehn Wirtschaften, die gleichzeitig nebeneinander existierten. Diese Zeiten sind allerdings lange vorbei. Das Restaurant „Dimitra“, ehemals das Gasthaus „Zum Waldblick“ ist mittlerweile die letzte existierende Gaststätte in Hähnlein. Da kann man nur hoffen, dass die „Dimi“ noch lange ihr griechisches Restaurant weiterführen kann.

Früher gab es „Wirtschaften“ im Ort wie Sand am Meer! Fernsehen, Handy und Internet waren noch unbekannt. Die Rentner saßen schon morgens in der Wirtschaft und tranken ihren „Halben“. Dazu lief die Blasmusik aus dem „Plattenautomat“, der Jukebox. Das Ritual des „Halbentrinkens“ konnte sich durchaus mehrmals am Tag wiederholen. Die Jüngeren trafen dann nach Feierabend ein und tranken ihr Bier. Nicht selten kam es dabei zu Ehekrisen, weil die „Lohntüte“ weitestgehend an den Wirt übereignet wurde. Vielen Wirten ging es daher finanzmäßig sehr gut und so mancher vergab auch Kredite an seine durstige Kundschaft. Einige Wirte waren außerdem schillernde Persönlichkeiten mit besonderem Einfluss auf ihre Gäste. Auch politisch war man seiner Wirtschaft zugetan. Die Bauern gingen in die eine und die Arbeiter in die andere Gaststätte. Die Vereine hatten alle ihre „persönliche“ Kneipe und der jeweilige Wirt war natürlich Mitglied bei seinen Vereinen. Die ganz alten Gaststätten im Ort kennt sicher niemand mehr, da sie schon sehr lange geschlossen haben. So gab es unter anderem mal das „Schnokeloch“, und den „Adler“ in der Georg-Fröba-Straße, den „Rebstock“ in der Alsbacher Straße, den Löwen in der Gernsheimer Straße und die „Neue Welt“ an der Ecke Gernsheimer/ Waldstraße (heute Becks Holzstübchen) zu finden.

Ältere Mitbürger werden sich bestimmt noch an die „Frische Quelle (beim „Knoche“)“ an der Ecke Carlo- Mierendorff/ Wilhelm-Leuschner- Straße, das Gasthaus „Zur Spitz“ (beim „Schlappe“) am Beginn der Spießgasse, an die „Krone (beim „Becht“)“ an der Ecke Georg-Fröba- Straße und Gernsheimer Straße, an das „Täubchen“ in der Rodauer Straße, an die „Kegelbahn“ in der Waldstraße und an die schönste Kneipe im Ort, an das „Dorfglöckchen“ erinnern. Noch nicht so lange her sind die Schließungen des „Rodackers“ (die „Thekla“), des „Sportheims“ und der „Marktschänke“. Aber es gab auch illustre Gaststätten, die öfters den Namen wechselten: So wurde aus dem einfachen „Bistro“ erst „Alains Bistro“, später die Pizzeria „Mezza Luna“ dann auch mal kurzzeitig das „Hennechen“, und zum Schluss die „Osteria Abbruzese“. Mittlerweile ist dort ein Steuerberater eingezogen.

Immerhin gibt es von den neuen Besitzern der ehemaligen Pfungstädter Brauerei, den „Biermachern“, Interesse am „Dorfglöckchen“. Für manche Hähnleiner würde damit ein Traum in Erfüllung gehen. Fragt sich nur, ob der Besitzer und die „Biermacher“ auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Schön wär`s!
Um die Geschichte der Hähnleiner Gasthäuser fundiert zu dokumentieren, haben sich seit Sommer Volker Werner, Klaus Gerhard, Jürgen Flauaus und Ralf Habich mittlerweile schon mehrmals getroffen, um Infos, Hinweise und Fotos über die Kneipen zu sichten. Wenn man genug Material gesammelt hat, will man eine Broschüre über das Thema herausbringen. Hierzu sucht man noch Anekdoten, Geschichten und Fotos über den Gaststättenbetrieb mit seinen vielfältigen verschiedenen Wirtsleuten und den Gästen. Wer hierzu etwas beitragen kann, darf sich gerne mit Volker Werner (Tel. 06257/9188412, Mail: wernerv@posteo.de) in Verbindung setzen.

In den 80er Jahren hatte der Arbeitskreis Geschichte, aus dem der Museumsverein hervorgegangen ist, schon einmal eine Broschüre über die alten Gasthäuser in Hähnlein herausgebracht. Dieses Heftchen möchte man als Grundlage nehmen, mit Fotos und Infos erweitern und dann neu auflegen.