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Der TC Blau-Weiß Bensheim hat sein Portfolio um Padel-Tennis erweitert. Foto: meli
06. Juli 2022 

Erster Padel-Tennis-Court an der Bergstraße in Betrieb

TC Bensheim ist Pionier für eine Trendsportart | Offen auch für Nicht-Mitglieder

BENSHEIM, Juli 2022 (erh), Das Areal hat das Potential für einen neuen Sport-Lieblingsplatz in Bensheim: Aus erhöhter Position Blick auf die Weinberge der Bergstraße, auf Auerbacher Schloss und Melibokus, das Kirchberghäuschen und die Hügellandschaften des Odenwaldes. „Hier sollen Longue-Möbel hin“, erklärt Robert Keilmann und zeigt auf die terrassenartige Fläche mit Bodenplatten, die für chilliges Außenmobiliar vorbereitet ist. „Vielleicht kommt hier eine kleine Bar hin“, erklärt der 2. Vorsitzende des Tennisclub Blau-Weiß Bensheim die weitere Planung für das Plateau auf dem Vereinsgelände.

Seit einigen Wochen ist der Club auf neuen Pfaden unterwegs und hat sein Portfolio um Padel-Tennis erweitert, ein vom Tennis abgeleitetes Rückschlagspiel. Ausgewählt als Standort für einen Padel-Platz wurde eine rund 1300 Quadratmeter große „Hochebene“ auf der TCB-Anlage am Berliner Ring. Zwei Tennisplätze waren dort einst bespielt worden, hatten sich aber im Laufe der Jahre, weil ungenutzt, in eine natürliche Wildnis verwandelt. Nach längerer Planungsphase und interessanten Einblicken ins Baurecht wurde das Projekt schließlich vom TC Bensheim in Angriff genommen. Anfang März wurde der neue Court mit einem Festakt offiziell in Betrieb gestellt. Rund 50.000 Euro wurden in die Maßnahme investiert. Nun steht „Mount Padel“ bereit, von Club-Mitgliedern und Nichtmitgliedern erobert zu werden.

Auf die Padel-Schiene kam der Tennisclub im Rahmen eines Workshops zur Zukunftsfähigkeit des Vereins. Ein „bisschen neuer Wind“ und „ein bisschen mit der Zeit gehen“ waren die Antriebsfedern für die Verantwortlichen, das Projekt anzuleiern, so Tom Schoenrock, der 1. Vorsitzende des TC Bensheim. Das Padel-Konzept wurde entwickelt, den TCB-Mitgliedern vorgestellt und von der Jahreshauptversammlung abgesegnet.

Padel-Tennis entstand in den 1960er Jahren in Mexiko und breitete sich anschließend in Latein- und Südamerika sowie Südeuropa aus. Die Zählweise ist beim Padel aus dem Tennis übernommen. Ebenso wie der Ball, der allerdings geringeren Innendruck als ein Tennisball aufweist und deshalb weniger hoch abspringt. Gespielt wird im Doppel, also zwei gegen zwei, mit kurzen Kunststoffschlägern. Der Schlägergriff hat eine maximale Länge von 20 Zentimetern und wird mit einer Schlaufe um das Handgelenk der Schlaghand gesichert. Die Schlagfläche ist mit Löchern durchsetzt, um den Luftwiderstand zu verringern. Der Padel-Platz ist zehn Meter breit und 20 Meter lang mit einem circa ein Meter hohen Netz in der Mitte. Umgeben ist das Rechteck von bis zu vier Meter hohen Kunststoff-Glaswänden und Drahtgitter-Zäunen, die ähnlich wie beim Squash ins Spiel miteinbezogen werden können. Der Ball muss beim Schlag ins gegnerische Spielfeld zunächst auf dem Boden aufkommen, bevor er dort die Wände berühren darf. Die Spieleröffnung erfolgt mit einem Aufschlag von unten.

Dass der TC Bensheim auf Padel macht und mit dem ersten Platz an der Bergstraße einen weißen Fleck in Südhessen beseitigt, wurde in Darmstadt voller Freude registriert. „Wir standen am nächsten Tag auf der Matte“, erzählt Jakob Wittmann. „Das war genau das, was wir gesucht haben.“ Wittmann und Tobias Kreckel, zwei Padel-Freaks, wurden also vorstellig auf der Tennisanlage am Berliner Ring und boten ihr Know-how und ihre Dienste an. „Die zwei waren sehr überzeugend“, erinnert sich Tom Schoenrock an das Gespräch im Vereinsrestaurant. Da sich die Erfahrungen des Vorstandes zu dieser Sportart auf einige Testläufe im Urlaub in der europäischen Padel-Hochburg Spanien beschränkten, hieß man die Männer vom Fach willkommen. Kreckel, federführend, und Wittmann, die bereits in der Padel-Bundesliga aufgeschlagen haben, kümmern sich seither um die Koordination, bieten Training und Schnupperstunden an, sind Ansprechpartner in allen Padel-Angelegenheiten bei Blau-Weiß.

Was macht den Reiz von Padel aus? „Es ist ein Lebensgefühl“, sagt Jakob Wittmann. Es ist weniger verbissen und aggressiv als Tennis, technisch weniger komplex, weniger körperlich und es ist, da immer vier Spielerinnen oder Spieler gemeinsam auf dem Court stehen, geselliger. „Das Miteinander ist toll, der Spaßfaktor ist hoch.“ Der Padel-Platz, der mit seiner Flutlichtanlage auch in den Abendstunden genutzt werden kann, wird mittels des herkömmlichen Buchungssystems des TCB belegt. Über eine Gruppe bei einem Messenger-Dienst können Mitspielerinnen und Mitspieler gefunden werden. „Es läuft gut“, ist Robert Keilmann zufrieden mit der Frequentierung des Platzes seit dem Start. Während des Camps in den Schulferien soll der Padel-Court regelmäßig in das Programm eingebunden werden. Der TCB nimmt bereits mit zwei Herren-Mannschaften am Ligabetrieb im Padel-Tennis teil.