Bensheim, Schul-News

Fit für die Schule, das Leben und den Beruf.
07. Februar 2014 

Fit für die Schule, das Leben und den Beruf

Jugendbildungsseminar an der Heinrich Metzendorf Schule begeisterte die Klasse

BENSHEIM, Februar 2014 (meli), Um die innere Einstellung zum eigenen Ich und damit verbunden zum Lernen und zur Entwicklung von Lebensperspektiven ging es bei einem Bildungsseminar für die Klasse 10 der Berufsfachschule Elektro und Metall an der Heinrich Metzendorf Schule.

Das eintägige Bildungsangebot des Odenwald Instituts in Wald Michelbach wurde von den Sozialpädagogen der Metzendorf Schule ins Haus geholt, um damit den Schülern auf dem Weg in den Berufsstart besondere Unterstützung zu geben. Christine Poller, Sozialpädagogin an der Metzendorf Schule und Claudia Schwarz als Praktikantin während ihres Studiums für Sozial Arbeit für ein halbes Jahr an der Bensheimer Berufsschule, hatten für das Bildungsseminar diese zehnte Klasse ausgesucht, weil sie schon im nächsten Schuljahr vor Berufswahl und Bewerbungen stehen. Wie es Luitgard Dannhardt, als Trainerin beim Odenwaldinstitut beschrieb, ist dabei vor allem die innere Einstellung wichtig.

„Eine positive Haltung zum Lernen zu entwickeln, sich vor wichtigen Situationen zu sammeln und die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken“, sind die zentralen Ziele ihrer Bildungsarbeit. Zu Beginn des Seminars schickte sie die 16 Schüler im Alter zwischen 15 und 21 Jahren auf eine gedankliche Traumreise. Schon dies zeigte den männlichen Jugendlichen, dass sie sich an diesem Tag auf vollkommen neue Wege begeben mussten. Sind sie in ihrem Alltag sonst eher daran gewöhnt, oberflächlich zu konsumieren und dauernd wechselnden Impulsen zu folgen, so hieß es hier vor allem „zur Ruhe kommen“. Dass sich die Schüler so darauf einließen, ist nicht bei jeder Klasse in dieser Altersstufe selbstverständlich. Christine Poller beschreibt die Gruppe als „tolle Klasse mit hohem sozialem Potenzial“, daher hatte man auch diesen Bildungsschwerpunkt ausgesucht. Auch die Schüler wurden vorab nach ihren Interessen befragt und hatten mitentschieden.

Tim Packhaeuser (17) fasste seine Bewertung nach dem Seminartag in einem begeisterten „super“ zusammen. Man habe Sachen gemacht, die man so noch nie gemacht habe und ein einfach nur tolles Angebot bekommen. Er nehme für sich viel von diesem Seminartag mit, so seine Einschätzung. Nicht nur handfeste Techniken wie die des Memorierens , mit denen man das Lernen verbessern kann, gehörten dazu, sondern vor allem auch der Blick auf innere Haltungen, die nun viel bewusster entwickelt und wahrgenommen werden können. Auch der 16jährige Schüler Kevin Friedrich hat den Eindruck gewonnen, dass ihm das bei Luitgard Dannhard Gelernte im Leben weiter hilft. Ganz pragmatisch fügte er dem noch hinzu, einfach besser aufgepasst zu haben, als im sonstigen, gewohnten Unterricht.

Der überwiegende Teil der Klasse nahm das Angebot sehr ernst und übte eifrig, die von der Trainerin vorgestellten Techniken. Im Sitzkreis mit gerader Körperhaltung ließen da die Berufsfachschüler nur ihre Augen im Raum zwischen fixierten Punkten wandern. Eine Übung, um sich vor Prüfungs- oder Bewerbungssituationen zu sammeln oder sie warfen gleichzeitig Bälle im Kreis herum, als Konzentrationsübung, auf das Wesentliche, wenn irgendwo sonst Ablenkung droht. Zwischen diesen praktischen Übungen gab es die Theorie in kleinen Portionen. Es wurde die Informationsverarbeitungen im Gehirn und der hohe Einfluss von unterbewusstem Denken angesprochen und auch am „Eisbergmodells des Lernens“ gezeigt, wie viel nicht Sichtbares die Entscheidungen und auch ein erfolgreiches Lernen behindert oder auch unterstützt. Immer wieder wurden die Schüler dabei auf sich selbst zurück geworfen. Sie lernten nicht nur, ihren eigenen Lerntyp einzuschätzen, sondern auch gedankliche Blockaden zu erkennen und abbauen zu können.

Eine Menge Theorie und Praxis, die bei diesem Tagesseminar in der Aula der Schule auf die Jugendlichen einströmten. Die Schulsozialpädagogin Christine Poller will dies als Grundlage nehmen und kontinuierlich mit der Klasse daran weiter arbeiten. Die nächste Traumreise, nun im Klassensaal, ist schon geplant. Das Odenwaldinstitut ist eine als gemeinnützig anerkannte Bildungseinrichtung der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, die aufgrund der sozialen Förderung für eine geringe Gebühr Seminare für interessierte Schulklassen, Jugendgruppen und Vereine im Kreis Bergstraße anbietet.