Alsbach-Hähnlein, Startnews

Schulleiterin Eva Bell gemeinsam mit dem ersten Beigeordeneten des Landkreises Darmstadt-Dieburg und Schuldezernenten Lutz Köhler (li.) und Alsbach-Hähnleins Bürgemeister Sebastian Bubenzer. Foto: soe
02. April 2026 

Guten Appetit: Kreis serviert Kindern neue Mensa

Erweiterung der Hähnleiner Grundschule

ALSBACH-HÄHNLEIN, März 2026 (tt), Es ist geschafft: Anfang Februar wurde die neue Mensa der Hähnleiner Schule offiziell eingeweiht. Der eingeschossige Erweiterungsbau in Holzmodulbauweise bietet 183 Kindern den dringend benötigten Raum für Mittagessen und Betreuung. Der multifunktionale Speiseraum eröffnet der Schule zudem neue pädagogische Möglichkeiten. Die Bauphase wurde recht gut bewältigt, so Schulleiterin Eva Bell: „Für die Kinder war das eher ein Abenteuer als eine Belastung.“

Der Landkreis hat in seiner Rolle als Schulträger etwa 5,1 Millionen Euro in den Bildungs- und Betreuungsstandort Hähnlein investiert. Davon entfallen allein rund 450.000 Euro auf die Gestaltung der Außenanlagen. Diese sollen bis Ende April komplett fertiggestellt sein, wie es bei der Eröffnung hieß. Noch sieht die Umgebung etwas kahl aus. Ein Schulgarten soll den Ort künftig erheblich grüner machen.

„Die moderne Mensa bietet beste Bedingungen für eine zeitgemäße Ganztagsbetreuung“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Darmstadt-Dieburg im Rahmen einer kleinen Feierstunde: für Vize-Landrat Lutz Köhler bedeutet die Maßnahme neben der Aufwertung der schulischen Infrastruktur auch ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Schullandschaft.

In den vergangenen fünf Jahren habe der Kreis zirka 341 Millionen Euro in die Zukunft der Schulen investiert. Diesen Kurs wolle man fortsetzen, so Köhler im Neubau, der sich in das Bestandsensemble einfügt. Geld, das auch von der Kommune kommt, wie Bürgermeister Sebastian Bubenzler kommentierte. Denn über die Schulumlage ist die Gemeinde indirekt am Mensa-Bau beteiligt. Es handle sich also um Mittel, die bei diesem Projekt glücklicherweise wieder zurück in den Ort fließen, so der Rathauschef. Die Schulumlage beträgt im Haushalt 2026 rund 3,4 Millionen Euro. Wenn ein Teil davon vor Ort ausgegeben werde, stärke das nicht nur den Schulstandort, sondern auch das Vertrauen in das politische System.

Bubenzer bezeichnete Schule als zentralen Ort des gesellschaftlichen Lebens. Umso wichtiger sei es, dass die Rahmenbedingungen stimmen. „Ich danke dem Landkreis für die enge und konstruktive Zusammenarbeit.“ Er selbst verbinde mit dem Ort auch viele persönliche Erinnerungen, in der Grundschule wurde er als ABC-Schütze 1983 selbst eingeschult.

Das Objekt verfügt über eine Bruttogrundfläche von 577 Quadratmetern und einer Nutzfläche von 372 Quadratmetern. Herzstück ist die neue Mensa mit Küche und Speisesaal. Hinzu kommen ein Besprechungsraum, zwei Büros, drei Wasch- und Toilettenanlagen sowie ein Technikraum und zwei Lager. Die Mensa wird künftig multifunktional auch als Betreuungsraum genutzt.

Die Projektleitung lag beim Da-Di-Werk, dem Eigenbetrieb für Gebäudemanagement des Landkreises. Die Planung übernahm werk.um Architekten aus Darmstadt. Bauleiter Andreas Löhr erläuterte dem Melibokus Rundblick die Modulkonstruktion: vergleichbar mit einem stapelbaren Lego-System werden vorgefertigte Komponenten vor Ort zusammengefügt. Das ermöglicht einen einfachen Bauprozess und flexible Möglichkeiten für die Zukunft.

Solche Modulgebäude können schnell zurückgebaut oder erweitert werden. Dies ist eine zeitgemäße Form im Schulbau allgemein, weil der Bedarf an Lern- und Betreuungsräumen vom Bedarf abhängt und dem demografischen Wandel unterzogen ist. Auch die Hähnleiner Mensa ist statisch so ausgelegt, dass sie mühelos um eine Etage aufgestockt werden könnte – was aktuell aber nicht vorgesehen ist.

Nach der Eröffnung wurde noch die Brandmeldeanlage in den Bestandsgebäuden erneuert. Weitere Anpassungen zur Verbesserung der Betreuungssituation sind noch im Laufe des Jahres geplant.

Die Planung für den Erweiterungsbau begann im Mai 2023, nachdem Schuldezernent Lutz Köhler bereits im Jahr zuvor den Standort besucht hatte mit dem Ziel, die Perspektiven für die Zukunft auszuleuchten. Damals war Gudrun Hill noch Schulleiterin und Eva Bell ihre Stellvertreterin. Bald war klar, dass im Vorfeld des Neubaus das ehemalige Hausmeisterhäuschen fallen musste. Im April 2025 wurde mit der Bodenplatte aus Stahlbeton das Fundament gelegt. Die Holzmodule kamen im Spätsommer an, anschließend folgten die Ausbauarbeiten. Mit dem Einzug in die Mensa werde auch der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung inklusive einem warmen Essen eingelöst, so Sebastian Bubenzer. Um den Kindern in allen Ortsteilen ein gleiches Betreuungsangebot machen zu können, hatte sich die Grundschule dem Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“ angeschlossen.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Kindern der Klasse 4b mit einem Tanz und einem Flötenlied.