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Gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Fritz Ost (li.) weihte Bürgermeister Sebastian Bubenzer den Brunnen ein. Foto: Thomas Tritsch
06. Juli 2022 

Hähnleiner Marktplatz ist komplett

Neugestaltung der Ortsmitte abgeschlossen

ALSBACH-HÄHNLEIN, Juli 2022 (tt), Es hat lange gedauert. Über vier Jahrzehnte lang gab es immer wieder Bestrebungen, den Hähnleiner Marktplatz als attraktives Dorfzentrum zu gestalten und zu einem lebenswerten Mittelpunkt auszubauen. Vor 20 Jahren hatte das Parlament einen Sonderausschuss installiert, um sich gezielt um die Zukunft der Ortsmitte zu kümmern. Im Sommer letzten Jahres ging es nach umfangreichen Planungen und Vorarbeiten richtig los. Fördermittel aus der „Hessenkasse“ haben das Projekt konkretisiert. Ein knappes Jahr nach dem symbolischen Spatenstich wurde die runderneuerte Fläche jetzt offiziell eingeweiht.

Vor über einhundert Gästen wollte Bürgermeister Sebastian Bubenzer aber vor allem nach vorne schauen. „Zurückzublicken hilft uns auch nicht weiter“, so der Rathauschef, der den langwierigen Prozess als keineswegs ideal kommentierte, mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden sei. Im Mittelpunkt stand an diesem Nachmittag aber der neue Brunnen auf dem Marktplatz, der in Erinnerung an den ehemaligen Bürgermeister von Hähnlein „Ernst-Gerhard-Brunnen“ getauft wurde. Gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Fritz Ost, ab 1967 zehn Jahre lang direkter Amtsnachfolger von Gerhard, weihte Bubenzer den Brunnen ein. Ernst Gerhard (1904 bis 1967) wurde erstmals 1946 zum Bürgermeister von Hähnlein gewählt. Unter seiner Führung wurde 1954 das erste Dorfgemeinschaftshaus des Landkreises im Ortskern von Hähnlein errichtet.

Auch die Entscheidung für die Hähnleiner Schule ist eng mit seinem Namen verbunden. Vier Mal wurde er wiedergewählt, was seinen Status im Ort gespiegelt habe, so Bubenzer weiter. Mit dem Brunnen werde auch der neue Themenspielplatz „Gaasemarkt“ mit seinen zwei Spieltürmen, dem Motorik-Parcours und den bunten Tierfiguren aus Holz zu einem veritablen Wasserspielplatz aufgewertet. Im April wurde die Spielfläche für die Öffentlichkeit freigegeben. Als letzte Spielstation wurde eine Wasserpumpe installiert.

Insgesamt wurde am Marktplatz auf einer rund 2200 Quadratmeter großen Fläche eine Million Euro investiert. Über 600.000 Euro stammen aus dem Landes-Förderprogramm. Bubenzer dankte allen, die an der Umgestaltung mitgewirkt haben, namentlich nannte er den Hähnleiner Architekten Dieter Baethge mit seinem Team, beim Planungsbüro „stadtlandschaftplus“ mit Corinna Wassermann und Clemens Appel sowie bei allen Bauamtsmitarbeitern. Das Büro hatte sich eigenen Angaben zufolge intensiv mit der Vergangenheit des Platzes auseinandergesetzt und sowohl die Bestandsgebäude wie auch die idealen Strukturen des Areals berücksichtigt. Großzügige Pflanzungen schattenspendender Bäume, ein Spielbereich für Kinder und ein Brunnenbecken sollten die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen und zum Verweilen einladen.

Nach der ersten Bereinigung der Schotterfläche wurde 2021 das Finale eingeläutet. Das Ergebnis kann nun besichtigt werden. Alle Baumspender, die sich finanziell engagiert haben, hätten den Marktplatz ebenso vorangebracht wie diejenigen, die den Prozess mit guten Ideen und Vorschlägen begleitet haben, so der Bürgermeister. Selbst die Beschaffung der Bäume im Zuge der Landschaftsbauarbeiten hatte sich als schwierig erwiesen und die gesamte Entwicklung etwas ausgebremst.

Doch besser spät als nie: „Aus einer kargen Fläche ist ein attraktives Zentrum und ein Treffpunkt geworden“, so ein Hähnleiner Familienvater im Rahmen des kleinen Einweihungsfestes, das bei schönem Frühsommerwetter über die Bühne gehen konnte.