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Paul Reuter, Sebastian Krafczyk und Beryl Schuldes gehören zu der knapp 15-köpfigen Gruppe der ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“ des DRK. Foto: Eva M. Wicht
21. Dezember 2022 

Lebenswichtiges Ehrenamt

Bei den Rettern des DRK Alsbach zählt jede Minute | Was macht eigentlich ein „Helfer vor Ort“?

ALSBACH-HÄHNLEIN, Dezember 2022 (pau), Möglicherweise ist es Ihnen schon einmal in Alsbach-Hähnlein oder Bickenbach aufgefallen: Das orange-weiße Auto des DRK Alsbach mit der großen Schrift „Helfer vor Ort“ auf der Heckscheibe. Es steht entweder irgendwo im Ortsgebiet vor Wohnhäusern oder auch mal auf dem Supermarktparkplatz und sie haben sich dann vielleicht gefragt, was ein „Helfer vor Ort“ eigentlich ist und macht.

Ein jeder weiß: Bei medizinischen Notfällen und Unfällen mit Verletzten ruft man die 112, dann kommen Notarzt und Rettungsdienst und es wird schnell geholfen. Die Sanitäterinnen und Sanitäter machen das dabei hauptamtlich, es ist deren Beruf. Dass es aber auch ehrenamtliche Gruppen gibt, die sich in ihrer Freizeit ebenfalls mit den Themen Rettung, Medizin und Helfen beschäftigen, gerät oft in Vergessenheit. In Alsbach gibt es eine solche Gruppe bereits seit knapp 50 Jahren, die Ortsvereinigung Alsbach des Deutschen Roten Kreuzes. Neben Jugendrotkreuz, Blutspende, Seniorenarbeit und Katastrophenschutz gehört auch die aktive Bereitschaft und die örtliche „Helfer-vor-Ort-Einheit“ (Voraushelfer) zu den Abteilungen des gemeinnützigen Vereins, der sich wie andere Vereine nur durch Mitgliedsbeiträge, eigene Einnahmen und Spenden finanziert.

Die Gruppe aus knapp 15 Personen ist medizinisch ausgebildet und kann im Notfall schnell Hilfe leisten, sozusagen vor Ort helfen. Das Prinzip ist so simpel wie es klingt: Sobald ein Notfall im Gemeindegebiet von Alsbach-Hähnlein oder Bickenbach gemeldet wird, alarmiert die Leitstelle sowohl die hauptamtlichen Kräfte, als auch den „Helfer vor Ort“. Der ist aufgrund der geringen Entfernung meist schon viel schneller am Notfallort und kann bereits mit der Erstversorgung der Patienten beginnen bis der Rettungsdienst mit längerem Anfahrtsweg eintrifft.
Beispielsweise bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind dies oft entscheidende Minuten, die Leben retten können. Seit Ende 2019 gibt es das Voraushelfersystem in Alsbach und mittlerweile wurde zu mehr als 130 Einsätzen ausgerückt. Allein in diesem Jahr piepsten die Melder über 50mal – im Durchschnitt also mehr als einmal pro Woche. In über 75% konnten die Helfer dabei vor dem Rettungsdienst eintreffen und so wichtige Zeit überbrücken.

Ausgestattet sind die Freiwilligen natürlich auch: eine Grundausstattung an medizinischem Material zur Erstversorgung hat jeder Voraushelfer zu Hause oder direkt in seinem privaten Fahrzeug. So ist er jederzeit einsatzbereit und kann im Falle einer Alarmierung direkt losfahren. Die Alternative ist das DRK-eigene Helfer vor Ort-Fahrzeug zu nutzen, das ebenfalls umfangreich ausgestattet ist und das er vor seinem Haus abgestellt hat. Wenn Sie also das nächste Mal das orange-weiße Auto mit der großen Schrift „Helfer vor Ort“ sehen, wissen Sie nun: hier wohnt ein ehrenamtlicher Voraushelfer des DRK Alsbach.