Zwingenberger MitMachBeet: Stadtgarten für alle
ZWINGENBERG, März 2026 (tt), Das Zwingenberger „MitMachBeet“ nimmt Gestalt an. Mit seinem neuen Projekt will der Arbeitskreis Cittaslow einen öffentlichen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen und gemeinsam an etwas Dauerhaftem arbeiten. Dafür wurde jetzt im Stadtpark eine zirka 40 Quadratmeter große Grünfläche bepflanzt. Das Beet befindet sich hinter dem Spielplatz und verläuft am Rande des Parks parallel zur Bundesstraße. An der Premiere am 7. März beteiligten sich rund 20 Bürger. Ein erfolgreicher Start, so Arbeitskreis-Leiterin Cora Bügenburg, die hofft, dass die Resonanz aus der Bevölkerung weiterhin so stark bleibt. „Wir möchten das Stadtbild verschönern und das Gemeinschaftsgefühl stärken.“
Vorgesehen ist ein Staudenbeet, das nach Entwürfen des Landschaftsplaners Sebastian Gleich angelegt wird. Hier soll Stadtgrün nicht nur genossen, sondern im Kollektiv gestaltet, gepflegt und verstanden werden. Es soll beispielhaft demonstrieren, wie eine zeitgemäße Staudenpflanzung funktioniert. Die Pflanzen sollen robust, pflegearm und das ganze Jahr über attraktiv und lebendig sein. Der Zeit- und Pflegeaufwand wird sich in Grenzen halten. Von saisonalen Gewächsen, die kein gleichmäßiges Grün bieten, sieht man ab.
Dem Arbeitskreis geht es um eine permanente Aufwertung des Orts. Ästhetisch wie inhaltlich. Finanziert wird die Maßnahme über das Grünpflege-Budget der Stadt.
In einem ersten Schritt wurden die Rosenstauden aus dem nördlichen Stadtpark in den südlichen Teil des Areals umgesetzt, weil die Pflanzen dort auch mehr Licht bekommen.
Ziel des „MitMachBeets“ ist es, unter fachlicher Anleitung schrittweise eine hochwertige Staudenpflanzung aufzubauen, so Sebastian Gleich. Der Zweckverband Kommunale Dienste Alsbach-Hähnlein-Zwingenberg unterstützt das Projekt durch praktische Hilfe. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer dabei sein will, benötigt lediglich ein paar Gartenhandschuhe und eine Portion Motivation. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Geplant sind gemeinsame Pflegeeinsätze der ehrenamtlichen Stadtgärtner. Dabei geht es um gezielte Pflegeschritte und ein kommunikatives Miteinander. Durch das gemeinsame Gärtnern wird das Wissen über Pflanzen, über die Pflege und die Jahresverläufe vermittelt. Die Begegnung der Menschen im grünen Herzen der Stadt soll identitätsstiftend wirken und ganz im Sinne der Cittaslow-Idee nach innen wie nach außen eine positive Ausstrahlung entfalten. Seit 2018 ist Zwingenberg offizielles Mitglied des weltweiten Netzwerks der lebenswerten Städte.
Sebastian Gleich erläuterte die Feinheiten bei der Bepflanzung. Hier geht es um den richtigen Rhythmus, damit die Beete sozusagen ganzjährig swingen. Denn auch größere Gruppen von Stauden wiederholen sich im Takt nach den Prinzipien von Rhythmus, Wiederholung und Struktur. Die Staffelung und Kombination von Pflanzen ist wichtig, um ein lebendiges Beet zu schaffen und pflanzliche Monotonie zu vermeiden. Auch sollten Pflanzen in einer symmetrisch angeordneten Reihe vermieden werden, um den Solisten im Orchester genügend Sonne zu ermöglichen.
Der Landschaftsplaner ist in Zwingenberg gleichsam der Dirigent einer botanisch harmonischen Komposition, die im Stadtpark einen bleibenden Eindruck hinterlassen soll, so Cora Bügenburg, die den Arbeitskreis seit 2025 anführt und sich über die Beteiligung beim ersten Treffen richtig gefreut hat. Im April will man sich wieder treffen. Weitere Beeteiligte sind herzlich willkommen.
