Alsbach-Hähnlein, Startnews

Die Container-Gaaß ist wieder bei ihrem Besitzer Ottmar Hechler angekommen. Foto: Eva M. Wicht
13. Oktober 2026 

„Eieiei – die Gaaß is weg!“

Verschwundene Betonziege wieder da! Hähnleiner Symboltier wurde jahrelang vermisst!

ALSBACH-HÄHNLEIN, Oktober 2026 (raha), Vor einigen Jahren kam die Hähnleinerin Doris Lochmann auf eine gute Idee: Um den Verkehr auf der stark belasteten Orts-Durchgangsstraße L 3112 zu verlangsamen, stellte sie Betonformen für symbolisierte Ziegen her, dem Hähnleiner Identifikationstier schlechthin. Diese sollten durch die Einwohner an den Straßenrändern aufgestellt werden.

Viele örtliche Privatleute, Vereine und auch Unternehmen griffen die Idee auf und ließen sich Ziegen bauen oder bauten sie auch selbst. Die Tiere wurden dann individuell und originell angemalt. Die bunten Paarhufer zieren seitdem die Ränder der Alsbacher und Gernsheimer Straße. Rund dreißig Stück der Beton- und Styroporfiguren wurden in der Ortsdurchfahrt aufgestellt, um die vorbeirauschenden Fahrzeuge, -vor allem die vielen LKW- zum langsameren Fahren zu animieren. Als stumme Mahner sorgen sie seitdem durchaus erfolgreich für einen beruhigten Verkehrsfluss. So mancher Durchreisende fährt extra langsam, um sich die kunstvollen Geißen näher anzuschauen. Doch so einigen Unbekannten waren die stillen Huftiere wohl ein Dorn im Auge.

Während viele Anwohner die Ziegen schnell ins Herz schlossen, wurden ein paar Tiere durch Vandalen beschädigt, beschmiert oder sogar entwendet! Viele beschädigten und beschmierte Skulpturen wurden wieder repariert, geflickt, gespachtelt und neu angestrichen. Doch Einige blieben ganz verschwunden. So auch die Ziege von Ottmar Hechler. Sein Betontier wurde zusätzlich mit einem angedeuteten, gelben Container kunstvoll bestückt und werbewirksam am Ortseingang Alsbacher Straße platziert, schließlich betreibt man einen Transportbetrieb im benachbarten Gernsheim und die Firma sollte ein repräsentatives Symbol am Dorf-Entree erhalten. Aber die Container-Gaaß stand nur wenige Tage, bis sie spurlos verschwand! Schnell wurde eine zweite Ziege gebaut und blutorange angemalt, die gleiche Farbe wie die Firmen-LKW! Die Gaaß 2.0 stand nun wenigstens ein paar Wochen glücklich und zufrieden in der Nähe der Landgrabenbrücke an Hähnleins östlichem Eingangstor. Jetzt sind leider nur noch Reste davon übrig und lugen aus dem Blumenbeet.

Denn eines Tages war die zweite Ziege mit dem eckigen Behälter auf dem Rücken auch wieder verschwunden! Herausgerissen mit roher Gewalt! Die Füße stecken heute noch in der Erde! Obwohl gut durch Schloss und Kette gesichert, gelang es den dreisten Dieben, das Kunst-Tier mutwillig zu entführen. Eine Lösegeldforderung traf allerdings nicht ein, ebenso auch kein Angebot, die Ziege im Tausch gegen eine respektable Bauschutt- Entsorgung wieder auf freien Fuß zu setzen. Ottmar Hechler war ratlos. Doch mit der Zeit geriet die Sorge um das Beton-Tier in den Hintergrund und das Leben beim Containerdienst ging weiter.

Vor einigen Wochen tauchte dann die verschollene Ziege plötzlich wieder auf! Allerdings nicht am Ortseingang, sondern in der Pfarrtanne in Alsbach und schwer beschädigt! Heike Hechler wollte dort einkaufen gehen und erkannte die Ziege sofort anhand der besonderen Farbe! Durch die eckige Ausbuchtung auf ihrem Rücken, allerdings ohne den gelben Container darauf, konnte sie die Gaaß 2.0 auch relativ leicht identifizieren und ihrem Mann Ottmar Meldung machen.Die beschädigte Container-Ziege wurden dann von ihr mit nach Hause genommen. Ob ihr Mann sie repariert oder eine neue Gaaß 3.0 baut, ist allerdings nicht bekannt.

Wie die Container-Gaaß überhaupt in die Pfarrtanne kam und was sie in der Zwischenzeit erlebte, bleibt ihr Geheimnis, denn Auskunft geben über ihr Abenteuer kann sie ja leider nicht.