Spielerische Einblicke – Lernen hautnah
Tag der offenen Tür am Schuldorf Bergstraße
SEEHEIM-JUGENHEIM, Dezember 2025 (tt), „There is strength in the differences between us and comfort where we overlap.” Das Songzitat von Ani DiFranco steht auf den Stufen der Bibliothek des Internationalen Schulzweigs. Es könnte auch als übergreifendes Motto einer Veranstaltung dienen, die den Charakter des Schuldorfs Bergstraße in seiner Vielfalt und Buntheit spiegelt: der Tag der offenen Tür unterstreicht die Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Herkunft mit ihren multiplen Fähigkeiten und Interessen. Es geht, wie in dem Lied, um die Macht der Vielfalt und die Fusion unterschiedlicher Talente und Perspektiven. Und gleichzeitig um Geborgenheit durch geteilte Werte.
Die Kooperative Gesamtschule mit Gymnasialer Oberstufe bietet ein enorm breites und differenziertes Bildungsangebot, das jungen Menschen gezielte Schwerpunktsetzungen ermöglicht, innerschulische Übergänge erleichtert und Schülern entsprechend ihrer Eignung zu qualifizierten Abschlüssen begleitet. Bei den regelmäßigen Open Days präsentiert sich das breite Spektrum auf eine plastische, spielerische und betont kommunikative Art. Bereits zur Eröffnung am späten Nachmittag des 5. Dezember füllten sich die Räume mit neugierigen Gästen, die vom Kollegium und zahlreichen Schülern herzlich empfangen wurden.
Über all fanden kreative Projekte und Mitmachaktionen statt. Viel Andrang herrschte in den naturwissenschaftlichen Fachräumen, wo spannende Experimente vorgeführt wurden. Aber auch im Innenhof erläuterten die jungen Forscher wissenswerte Fakten aus den Bereichen Physik und Chemie. Warum zum Beispiel leuchtet ein Knicklicht? Der Farbstoff im Röhrchen ist ein polycyclischer Kohlenwasserstoff, der – je nach Farbe – bestimmte färbende Substanzen enthält. Der feine Glaskörper im Inneren enthält Wasserstoffperoxid und knackt auf, wenn man das Objekt biegt. Durch das „Knicken“ wird also ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, die sogenannte Chemolumineszenz.
Die Besucher erlebten Kontraste in jeder Ecke: künstlerisch-kreative Darbietungen beim Team Darstellendes Spiel, handwerkliche Fingerfertigkeit in der Holzwerkstatt oder spannende Herausforderungen im Fachbereich Mathematik, wo es nicht nur um Formeln, sondern auch um praxisnahes Modellieren ging: an einer Station sollten Gäste das Gewicht eines Radiergummis oder einer Tintenpatrone schätzen. Gleich nebenan lockten Geometrie-Würfel zum Ausprobieren.
Gestärkt von einer Grillbratwurst eines beherzt weitsichtigen Abiturjahrgangs 2027 spazierte man über den weitläufigen Campus und verschaffte sich einen repräsentativen Eindruck von den einzelnen Fachräumen über das musische Angebot bis zu den Sportanlagen und Bibliotheken. Weil dem Tag der offenen Tür kurz vor Weihnachten auch ein Laternenfest angeschlossen war, konnte man die benötigten Utensilien gleich vor Ort zusammenbauen. An einer langen Theke in der SISS Secondary (internationaler Schulzweig) reihten sich kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt aneinander, unter anderem aus Schweden, Brasilien und aus der Türkei. Nahrhaft waren auch die Informationen zum pädagogischen Konzept, zu den individuellen Fördermöglichkeiten und den zahlreichen außerschulischen Angeboten. In Gebäude 41 lief praktisch alles auf Englisch ab: Ausstellungen, Weihnachtslieder, Elterninformationen und vieles mehr.
Die Veranstaltung war bewusst dialogisch konzipiert, in jedem Raum wurde man freundlich, aber nicht aufdringlich begrüßt. Über einem Feuer wurde Stockbrot gebacken, und auch der heilige Nikolaus von Myra schlenderte mit himmlischer Begleitung über den Campus der Europaschule und verteilte Äpfel und andere Leckereien.
Ein Magnet war Schulhund Cosmo, der eigentlich Chianti Prince of Finjas Garden heißt und im Schuldorf seit zwei Jahren als Schulbegleithund jobbt. Der tierische Kollege ist Sozialarbeiter und Lernbegleiter, Konzentrationstrainer und Integrationshelfer. Ein allseits beliebter Co-Pädagoge, der vor seinem Dienstantritt einen speziellen Wesenstest erfolgreich absolviert hat, um sich als Schulhund zu qualifizieren.
Besonders für Eltern von Kindern in vierten Klassen war die dreistündige Veranstaltung ein wertvoller Blick in die Facetten einer großen Schulgemeinde, in der Diversität und Gemeinschaftsgefühl gleichermaßen gelebt werden. So wie es in dem Song von Ani DiFranco treffend heißt.
